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Basilius von Cäsarea († 379) - Ausgewählte Briefe
XLII. (Mauriner-Ausgabe Nr. 130)

2.

Überdies schrieb er gegen uns in knabenhaftem Übermut, oder vielmehr er verfaßte lange Reden, voll [S. 153] Schmähung und Verleumdung, auf die wir bisher nicht geantwortet haben, weil wir vom Apostel belehrt worden sind, uns nicht selbst zu rächen, sondern dem Zorne (Gottes) Raum zu geben1, zugleich aber auch, weil wir in Anbetracht des Abgrundes der Heuchelei, mit der er die ganze Zeit hindurch uns entgegenkam, vor Staunen fast sprachlos geworden sind. Wenn aber auch von all dem nichts geschehen wäre, wen hätte ob dem, was er ganz neulich sich herausnahm, nicht Schrecken und völliger Abscheu vor dem Manne ergriffen? Wie ich nämlich höre, hat er — wenn anders die Sache wahr und nicht eine Erfindung ist, erfunden, um ihn zu verleumden — es gewagt, einige noch einmal zu ordinieren, was bislang kein Ketzer getan zu haben scheint2. Wie können wir uns denn solche Dinge ruhig gefallen lassen und die Vergehen dieses Mannes für heilbar halten? Laßt Euch doch nicht mit lügnerischen Reden irreführen und glaubt nicht Vermutungen von Leuten, die alles gern von der schlechten Seite auffassen, daß wir etwa so etwas gleichgültig hinnehmen! Denn wisse, mein Liebster und Ehrwürdigster, ich kann mich nicht erinnern, je im Leben innerlich etwas so schwer genommen zu haben, wie das, was ich jetzt über die Verwirrung der Kirchengesetze vernahm. Aber bete nur, daß uns der Herr die Gnade gebe, nichts im Zorne zu tun, sondern die Liebe zu bewahren, die nicht unbescheiden handelt und nicht aufgeblasen ist3. Denn sieh, wie diejenigen, die sie nicht besitzen, sich über alles menschliche Maß erhoben, unbescheiden handeln und Handlungen sich erlauben, für die die Vergangenheit kein Beispiel hat!

1: Röm. 12, 19.
2: Der Vorwurf der Reordination scheint bei Eustathius nicht berechtigt gewesen zu sein, da Basilius in späteren Briefen an Eustathius darüber nicht klagt. — Dagegen scheinen andere Arianer schon zuvor eine Reordination vorgenommen zu haben. Vgl. Athanasius, Apologia ad Constant. c. 31.
3: 1 Kor. 13, 4.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger