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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Fünftes Buch
XII. Kapitel

80.

1. Aber auch in dem Brief der Römer an die Korinther steht geschrieben: "Der für die Menschen unendliche1 Ozean und die Welten jenseits von ihm."2

2. Demnach ruft der edle Apostel wieder folgerichtig aus: "O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!"3

3. Und vielleicht war es dieses, was der Prophet mit dem Befehl andeuten wollte, "ungesäuerte, in Asche verborgene Kuchen"4 zu backen. Er wollte damit zeigen, daß die wahrhaft heilige Mysterienlehre über das Ewige und seine Kräfte verborgen bleiben müsse.5

4. Dieses bekräftigte der Apostel in dem Brief an die Korinther, wenn er ausdrücklich sagte: "Weisheit aber verkündigen wir unter den Gereiften, aber nicht die Weisheit dieser Welt oder die der Mächtigen dieser Welt, die zunichte werden; vielmehr verkündigen wir in Form eines Geheimnisses die verborgene Weisheit Gottes."6

5. Und an einer anderen Stelle sagt er wieder: "Zu der Erkenntnis des Geheimnisses Gottes in Christus, in dem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind."7

6. Diese Worte besiegelt unser Heiland selbst, wenn er etwa so spricht: "Euch ist gegeben, das Geheimnis des Himmelreiches zu erkennen."8

7. Und wieder sagt das Evangelium, daß unser Heiland den Aposteln die Lehre in Form eines Geheimnisses mitteilte. Auch die Weissagung sagt ja von ihm: "Er wird in Gleichnissen seinen Mund öffnen und das seit Erschaffung [S. 188] der Welt Verborgene offen heraussagen."9

8. Ferner zeigt der Herr auch durch das Gleichnis vom Sauerteig die geheimnisvolle Art der Verkündigung. Er sagt nämlich: "Das Himmelreich ist einem Sauerteig ähnlich, den ein Weib nahm und in drei Sat Weizenmehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war."10

9. Denn entweder wird die aus drei Teilen bestehende Seele11 durch Gehorsam gerettet wegen der durch den Glauben in ihr verborgenen geistigen Kraft oder deswegen, weil die uns gegebene Kraft der Lehre, die stark und wirkungsvoll ist, jeden, der sie aufnimmt und in sich bewahrt, verborgen und unsichtbar zu sich heranzieht und sein ganzes Gefüge zur Einheit verbindet.

1: Vielleicht ist (xxx) (undurchfahrbar) statt (xxx) (unendlich) zu lesen.
2: 1Clem 20,8.
3: Röm 11,33.
4: Vgl. Gen 18,6; Ex 12,39.
5: Vgl. Philon, De sacr. Ab. et Caini 60.
6: 1Kor 2,6 f.
7: Kol 2,2 f.
8: Mt 13,11; vgl. Mk 4,11; Lk 8,10.
9: Ps 77,2 (Mt 13,35).
10: Mt 13,33 (Lk 13,20).
11: Vgl. z.B. Plut. Moral. p. 898 E.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger