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Basilius von Cäsarea († 379) - Ausgewählte Briefe
XXXVI. (Mauriner-Ausgabe Nr. 92)

3.

Wer fände eine Klage — so groß wie das Unglück? Welche Tränenquellen fließen reichlich genug für solches Elend? Solange also noch einige zu stehen scheinen, solange noch eine Spur vom alten Zustand zu [S. 139] sehen ist, ehe noch die Kirchen vollends Schiffbruch gelitten, kommt uns eilends zu Hilfe, beeilt Euch doch! Wir bitten Euch darum, nächste Brüder; reicht denen die Hand, die auf den Knien liegen! Euer brüderliches Herz lasse sich erweichen für uns; es fließen Tränen des Erbarmens! Ihr dürft nicht mitansehen, daß die Hälfte des Erdkreises vom Irrtum verschlungen werde. Laßt den Glauben nicht auslöschen bei denen, bei welchen er zuerst geleuchtet hat! Was Ihr nun tun müßt, um unserer Lage aufzuhelfen, und wie Euer Mitleid mit den Bedrängten sich betätigen soll, das braucht Ihr wohl nicht erst von uns zu erfahren; das wird Euch der Hl. Geist selbst eingeben. Nur tut Eile not, um die zu retten, die noch übrig sind, und das Erscheinen von mehreren Brüdern, so daß die Ankommenden zusammen eine Synode bilden, damit sie nicht nur dank der Stellung ihrer Absender, sondern auch dank ihrer eigenen Zahl zur Neuordnung das nötige Ansehen besitzen. Sie mögen dann auch den zu Nizäa von unsern Vätern niedergeschriebenen Glauben erneuern, die Ketzerei verbannen, zu den Kirchen in friedfertigem Tone reden und so die Gleichgesinnten zur Eintracht bringen. Denn das ist ja doch wohl das Allerbeklagenswerteste, daß auch der Teil, der gesund zu sein scheint, in sich selbst gespalten ist und uns anscheinend ähnliche Leiden bevorstehen, wie sie einst bei der Belagerung Vespasians Jerusalem trafen. Denn jene Juden wurden durch den Krieg von außen bedrängt und gleichzeitig durch den innern Aufruhr der Mitbürger aufgerieben. Bei uns hat ebenfalls nebst dem offenen Kampf der Ketzer auch noch der, der unter den anscheinend Rechtgläubigen entstand, die Kirchen in den Zustand äußerster Schwäche versetzt. Deshalb bedürfen wir vornehmlich Eurer Hilfe, damit die Bekenner des apostolischen Glaubens die von jenen ersonnenen Schismen beseitigen und sich in Zukunft der Autorität der Kirche unterwerfen. So soll dann der Leib Christi vollkommen werden, indem alle Glieder zum Ganzen zurückkehren, und so wollen wir nicht nur die Vorzüge bei andern preisen, was wir jetzt tun, sondern wir wollen auch unsere eigenen Kirchen wieder im alten Glanz der Rechtgläubigkeit leuchten sehen. In der Tat verdient ja [S. 140] als höchstes Glück gepriesen zu werden die Eurer Gottesfurcht vom Herrn verliehene Gabe, das Falsche vom Echten und Reinen zu unterscheiden und den Glauben der Väter ohne Rückhalt zu verkünden, den Glauben, den auch wir angenommen und als den erkannt haben, der die apostolischen Kennzeichen an sich trägt. Diesem haben wir beigepflichtet wie auch all den Glaubenssätzen, die im Synodalschreiben kanonisch und gesetzlich festgelegt worden sind.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger