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Mönchsleben, Ostsyrisches - Nützliche Geschichten etc. von Mönchen des Klosters Bet 'Abe. Verfaßt vom hl. Mar Thomas
Buch I

Kapitel 23.

Über die Zeit, in der Rabban (Jakob) hieher (nach Margâ) kam und über König Kosrav1.

König Kosrav bar Hôrmîzd2 kam im Jahre 901 der Griechen zur Regierung und regierte achtunddreißig Jahre. Wie der heilige Rabban Ischô'zekâ schreibt, der unter Mâr Ischô'jahb dem Letzten3, dem Erbauer der neuen Kirche, lebte, kam Rabban Jakob im fünften Jahre dieses Kosrav zu dieser Niederlassung. Auch fand ich bei meinem Nachforschen nach der Zeit in der [S. 298] Geschichte des Rabban bar 'Idtâ, daß die Zeit seiner Ankunft von jenem Seligen richtig angegeben ist. Als nun König Kosrav seiner Frau Schîrîn ein Kloster im Gebiete von Balâschfarr bauen wollte4, sendete er den guten Gedächtnisses würdigen Schamtâ, den Sohn des seligen Jazdin5, nach der Stadt Edessa, damit er von dort Bücher des Dienstes der Lesungen für jenes Kloster bringe. Als er dorthin gegangen und sein Geschäft ausgeführt hatte, brachte er unserm Rabban einen großen Pergamentkodex, bat um seinen Segen und ging heim. Alle Bücher, die Rabban eigenhändig abschrieb, stammen von jenem Pergamentkodex, den der ehrwürdige Schamtâ brachte. Du kannst das finden, da viele Bücher vorne die Bemerkung tragen: „Diesen Pergamentkodex gab Mâr Schamtâ, der Sohn des Jazdin, des Fürsten der Gläubigen."

1: Nach Kap. 21 kehrte zwar Jakob noch einmal zurück, wanderte aber bald mit neun Brüdern endgültig aus. Der Grund wird verschwiegen, „damit es nicht scheine, daß wir zwischen den Heiligen Streit stiften". Nach der Vita bar 'Idtâ wanderten viele Mönche, darunter J., infolge eines „Ärgernisses" und Streites aus.
2: Der in den letzten Märtyrerakten wiederholt genannte Kosrav II. Parwez, reg. 590—628.
3: I. III., reg. 647—658. Schon sein Vater, der reiche Perser Basthmag war ein Freund des Jakob und Gönner seines Klosters. Er selbst baute dort die „neue Kirche", als er Bischof von Nînewê (Mosul) war. Vgl. unten S. 24.
4: Sch., „die Süße", eine aramäische Nestorianerin und Gemahlin des Königs. Durch ihren Einfluß wurde Sabrîschô' zum Patriarchen erhoben. Später geriet sie unter den Einfluß des monophysitischen Leibarztes Gabriel von Schiggar; auch ihr Kloster fiel durch ihn in die Hände der Monophysiten.
5: J . aus Karkâ de Bêt Slôk und dem Geschlechte des Märtyrers Petion war zur Zeit des großen Römerkriogs etwa Finanzminister. Er soll i. J. 614 bei der Eroberung Jerusalems die Kreuzreliquie gerettet haben. Später wurde er hingerichtet, sein Vermögen konfisziert, seine Frau, um die Herausgabe des Vermögens zu erpressen, gefoltert. Die Söhne Schamtâ und Nêhôrmîzd empörten sich, riefen Schêrôê zum König aus, warfen den flüchtigen Kosrav in ein Gefängnis und töteten ihn mit einem Beil. Auch die übrigen Königssölme, darunter Mardânschâh, der Sohn der Schîrîn, fielen ihrer Rache zum Opfer. Schêrôê warf wiederum beide ins Gefängnis und Ferruchân, der Eroberer Jerusalems, ließ Schamtâ i. J. 630 vor der Kirchtüre von Bêt Narkos (s. o. S. 218) kreuzigen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger