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Mönchsleben, Ostsyrisches - Nützliche Geschichten etc. von Mönchen des Klosters Bet 'Abe. Verfaßt vom hl. Mar Thomas
Buch I

Kapitel 27.

Über Mâr Bâbai und das kirchliche Amt, das er auf sich nahm.

Damals war der selige Mâr Bâbai, der Große, im Stande (τάγμα) der Mönche ausgezeichnet durch Lehre und tugendhaften Wandel. Deshalb schrieben die einander benachbarten Metropoliten, Mâr Kyriakos von Nisibis, Mâr Jonadab von Hdajab1 und Mâr Gabriel von Karkâ de Bêt Slôk, weil damals heilige Klöster gebaut wurden und durch die gottlose Lehre der Mezallianer und durch die Finsternis der Häretiker gefährdet waren, sie möchte in diesen Gegenden durch die Säeleute des Bösen ausgesät werden — für sie aber war es wegen der von der Staatsgewalt drohenden Gefahr schwer, die Kirchen zu visitieren, damit nicht Kosrav fälschlich meine, ein Patriarch sei geweiht worden und sie in Gefahr kämen — und sie baten den heiligen Mâr Bâbai, er möchte, weil allgemein bekannt sei, daß er ein Mönch, kein Bischof sei, bis der Herr in Gnade eine Änderung für seine Kirche befehle, die Häuser und Klöster der Mönche visitieren, die Geister bändigen und jeden, der in Gottlosigkeit krank und gebrochen war, aus der Kirche stoßen. Sie taten so und gaben ihm alle Vollmachtsbriefe. Und als wackerer Arbeiter und tapferer Soldat verwaltete er die Kirche, er bewachte sie und machte sie herrlich bis zur Ermordung des gottlosen [S. 301] Königs Kosrav. Als aber ein Katholikos geweiht wurde, saß er still in seiner Zelle2.

1: Kyriakos und Jonadab waren auch i. J. 612 am Hofe zum Zweck einer Disputation mit den Monophysiten. Vgl. ob. S. 257f.
2: Der Katholikos, der auf Befehl des Schêrôê geweiht wurde, war Ischô'jahb II. Gedalâjâ, Bischof von Balad, reg. 628 — 644. Über die Abdankung des Bâbai berichtet Kap. 35: „Als die Synode versammelt war, baten alle Väter den hl. Mâr Bâbai, daß er Katholikos werde. Aber er nahm es nicht an. Denn er gedachte, in der Zelle seines Klosters sein Leben zu beschließen . . . Um ihn zu ehren, stiegen der Katholikos und mehrere Bischöfe mit ihm hinauf bis zu seinem Kloster.“ Als sie fortgezogen waren, erschien ihm ein Reiter mit einem Feuerschwert auf einem weißen Rosse. „Ich bin der Engel, der von Gott in den Dienst des Patriarchenthrones des Ostens gestellt ist." Er bat um seine Entlassung, die ihm Bâbai gab mit den Worten: „Hätte ich gewußt, daß du mit mir bist, so hätte ich mit aller Bereitwilligkeit dieses große Werk auf mich genommen." — Ein ebenso schwulstiges als inhaltsleeres Trostschreibeu Ischô'jahbs III. über seinen Tod bei Duval: Isch. III. patr. liber epistolarum," No. 11.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger