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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
21. Mâr Gîwargîs

16.

In ihrem augenblicklichen Frohlocken vermochte sie, was sie in ihrem Herzen fest glaubte, nicht zu verbergen, sondern sie bekannte es auch mit dem Mund vor den Zuhörern. Sie sprach zu ihren Knechten und Mägden, die mit ihr in der Kirche waren, voll Freude und Jubel, indem ihre Lippen in geistlichem Lachen redeten: „Nunmehr werde ich Christin und verleugne allen heidnischen Irrtum des Magiertums." Als das ihre Verehrer, die bei ihr waren, hörten, hielten sie es für Gerede, Spott und Scherz. Sie verachteten ihre Worte, begannen einander anzusehen und zu lachen, da sie ihre Vergnügungssucht, Genußsucht und die unreinen, heidnischen Sitten, die sie infolge ihrer schlechten Erziehung festhielt, kannten. Bald darauf geschah ihr, was der Frauennatur zukommt. Da nun (die Heiden) dieses Gesetz (der Absonderung) mehr als alle Gesetze des Magiertums ängstlich beobachten und sich von der Annäherung an eine Frau zur Zeit der Menses fernhalten, so daß sie sie nicht einmal Licht noch Feuer sehen lassen1, lief sie, um ihren Knechten und Hausgenossen zu zeigen, daß sie nicht ein leeres Wort vor ihnen gesprochen, sondern daß sie in Wahrheit, zweifellos, aus ganzer Seele bereit sei, Christin zu werden, während ihrer [S. 231] Menses munter, froh und lachend herum, nahm das Feuer, die Göttin der Magier, in die Hand, warf es auf den Boden und zertrat es mit den Füßen. Da war allen gewiß, daß sie wirklich Christin sei. Am folgenden Tage schaffte sie alle heidnischen Gebräuche, Sitten und Kleider ab, worin sie erzogen war, und lebte in einem keuschen, schamhaften Kleid und ehrbaren Sitten.

1: Vendidad 16, 1 f. (nach Spiegel, HI 693). Der Grund der so umständlichen parsischen Reinheitsvorsohriften liegt in der Anschauung, daß nicht nur die Leichen, sondern auch alle Ausscheidungen des menschlichen Körpers, sogar abgeschnittene Haare und Nägel der Gewalt des Bösen verfallen. Daher auch die Vorschrift, all das weder ins Feuer oder Wasser zu werfen, noch zu begraben. — Mare erzählt (S. 451, Mâr Abâ habe einmal einen Môpêt durch folgenden schönen Schulkasus in Verlegenheit gebracht: „Eine Frau geht aus und trägt Feuer in der Hand. Es beginnt zu regnen und sie fühlt zugleich ihre Menses. "Was soll sie mit dem Feuer tun ! Wirft sie es weg, so loscht es im Wasser aus. Behält sie es in der Hand, so wird es unrein." Als Wettgewinn habe er ein Pyraeum zur Errichtung einer Schule verlangt und erhalten. Die Chronik von Se'erd enthält (P. O VII, 167) die gleiche Anekdote und fügt hinzu, die Schule sei von Patr. Ezechiel renoviert worden.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger