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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
21. Mâr Gîwargîs

56.

Der der Welt gekreuzigte Kämpfer sprach voll Mut und Vertrauen auf Christus, seinen Herrn, zum Kommissär: „Laß Pergament und Tinte (? 'rpsnâ) kom men und ich schreibe dir mit meiner Handschrift, was [S. 262] du zum König bringen sollst." Rasch ließ er es kommen. Er nahm nun das Pergament, machte das Zeichen des siegreichen Kreuzes darauf und begann zu schreiben: „Als Gott an mir Gefallen fand und sich in seiner Barmherzigkeit meiner erbarmte, und ich mich zur Wahrheit wandte, geschah folgendes an mir. In eurem, sechsten Jahre1 brachte mich Gott von PWRIKISCHIH zum Christentum." — Als die umstehenden Christen und Heiden dieses Wort hörten, baten sie ihn dringend, er möge nicht so schreiben; „sondern schreib: gute Religion (beh dêni), damit der König nicht aufgeregt werde". Er aber sagte mit vielem Mut: „Der Herr hat gesagt2: Jeden, der mich vor den Menschen bekennt, werde ich auch vor meinem Vater, der im Himmel ist, bekennen. Er hat uns nicht gelehrt, anders im Herzen zu glauben und anders mit dem Munde zu bekennen." Und so sehr sie ihn baten, daß er gute Religion (beh dêni) schreibe, gab er nicht nach, sondern schrieb, wie gesagt, PWRIKISCHIH. — „Damals war ich zwanzig Jahre alt. Eure Majestät weiß aber, daß, wer zwanzig Jahre alt geworden, Urteilskraft besitzt und erkennt, was ihm schadet und nützt. Nicht aus Unerfahrenheit und weil es so kam, wurde ich Christ, sondern freiwillig und absichtlich, nachdem ich gut geprüft und geforscht und gefunden, daß alle Religionen Irrtum sind und keinen Bestand haben, daß eine die andere aufhebt und widerlegt, ja daß sie und besonders das Magiertum sich selbst widerlegen und daß nur der Christenglaube Wahrheit und Hoffnung des ewigen Lebens besitzt. Ich erwählte es, gewann es lieb und halte es mit aller Sorgfalt bis zum Tode fest; denn es ist der Atem des wahren Lebens. Weder Feuer noch Schwert, noch irgendeine Drangsal und Todesgefahr trennen mich von der Liebe Christi3. Darauf vertraue ich und mein Sinn ist ohne Wanken, befestigt durch die Hilfe Christi, der mich stärkt." Er schrieb dann die Namen seiner Eltern, sowie alle seine Verhältnisse vor seiner Bekehrung zum [S. 263] Christentum, die Ehren, die er vom König erhalten hatte, was aus seinen Besitzungen und Sklaven geworden war, wo er sich von seiner Taufe bis jetzt aufgehalten und warum er jetzt an den Hof gekommen sei. Auch die ganze Unterredung mit Gabriel von Schiggar, dem Arzt, schrieb er nieder. Der Kommissär nahm dann das Schreiben und brachte es vor den König. Als dieser es gelesen, staunte er über seinen mutigen Sinn4.

1: Beginnt 26. Juni 595.
2: Matth. 10, 32.
3: Vgl. Röm. 8, 35.
4: Es folgt im Text eine Lücke.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger