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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
21. Mâr Gîwargîs

18.

Er ging hin und trat vor sie, und da sie noch in jenem stolzen Stande (τάξις) war und wegen der hohen [S. 232] Würde ihres Mannes, der einer der Großen des Reiches war, während Gîwargîs bereits das demütige Kleid (στολή) des Priesters und Bekenners trug, adorierte er vor ihr von weitem zur Erde. Sie erhob sich von ihrem Ruhebett, ihren Bruder zu ehren und breitete ihm nach der Sitte des Heidentums und der vornehmen Damen des Hofes die Hand hin, ergriff seine Hand und begann, mit ihm sich zu freuen und zu lachen: „Freue dich, Bruder, denn nunmehr bin ich Christin. Sieh, da es mir nach der natürlichen Art der Frauen geht, sitze ich beim Feuer und breite dir die Hand hin, da es nichts gibt, was vor Gott und seinen Heiligen unrein ist." Nunmehr erkannte unser heiliger Vater, Mâr Gîwargîs, der Märtyrer, glaubte fest und war überzeugt, daß sie fest entschlossen sei, Christin zu werden und daß sie alle Gebräuche des heidnischen Irrtums aufgegeben. Freudig und Gott bekennend lief er zu Mâr Sabrîschô', dem Katholikos1, und erzählte ihm die Sache. Als dieser befahl, daß sie vor ihn komme, stand sie sogleich rasch auf in aller Freude, mit der Bereitwilligkeit eines frohen Sinnes, und ging zu ihm in ihren Prachtgewändern und Kostbarkeiten und mit einem großen Ehrengefolge von Knechten und Mägden und anderen Leuten. Als der Mâr Katholikos und die anderen Bischöfe, die vor ihm waren, sie in all dieser stolzen Pracht und diesem sinnlichen Schmuck sahen, staunten sie sehr und begannen, Gott zu loben und zu bekennen für die Größe seiner Gnaden und sein überströmendes, unaussprechliches Erbarmen, dem allein alles Schwere möglich ist und der diejenigen, welche ohne Hoffnung sind, zu offenbaren, wunderbaren Taten führt. Sogleich erhoben sich alle zugleich und beteten für sie zu Gott, dem Kenner der Herzen, daß er sie in ihrer Liebe stärke und vollende, damit sie bis zu ihrem Lebensende seinen Willen erfülle. Darauf berief der Mâr Katholikos den Bruder der Bekennerin, Gîwargîs, und befahl ihm, sie alles zu lehren, was den Katechumenen, die zur Taufe kommen, nötig ist, sowie über die einfache Kleidung (σχῆμα), das ruhige Benehmen und die keuschen Sitten, in denen sie [S. 233] nunmehr leben solle mit Ablegung aller unsittlichen Kleidung und heidnischen Sitten.

1: Regierte 596—604. Synhados, S. 277 ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger