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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
20. Mâr Abâ

9.

Manche Sophisten (σοφιστής). die in heidnischer Gesinnung festgehalten waren, traten, als sie seine Gelehrsamkeit hörten, der Erkenntnis der Wahrheit bei und verbrannten ihre Fabelbücher. Die Kunde davon verbreitete sich im ganzen Lande Achaja und man bekannte und pries Gott. Die Häretiker, die dort waren, wurden von seiner Gelehrsamkeit aufgestachelt, weil er kundig ihre Einwände löste und ihre Gründe widerlegte und suchten ihn deshalb zu töten. Er stieg in ein Schiff, [S. 194] fuhr in die Reichshauptstadt Konstantinopel1 und lehrte dort ungefähr ein Jahr lang den wahren Glauben. Viele brachten ihm nicht wenig Gold und kostbare Kleider; er aber ließ sich nicht herbei, davon zu nehmen. Er nährte sich von seiner Hände Werk, soweit der Lebensunterhalt es erforderte, indem sie Körbe (σπυρίς) flochten und verkauften und (davon) lebten, so daß ihm und seinem Jünger im Land Cilicien (?) fünf Laibe (? φοῦρνος) Brot und ein wenig grünes Kraut volle sieben Monate genügten. Was soll ich über die Wegelagerer sagen, die von ihrem Räuberhandwerk ließen, in die Städte und Dörfer zurückkehrten, für ihre Freveltaten Buße taten und fremden (ξένοι) -liebend wurden. Eines Tages, da er in der Thebais, die von Räubern voll ist, einen gefürchteten Weg zog, begegneten ihm (solche) und sprachen: „Zieh aus und lege weg alles, was du bei dir hast." Er tat es und sie sahen, daß er nichts hatte als das Lehrbuch. Da weinten die Räuber, fielen ihm zu Füßen und flehten ihn an, daß er ihnen verzeihe, daß sie ihn belästigt, und sie baten ihn: „Nimm dir Gold und Silber von uns, soviel du willst." Er aber wollte nicht. Sie bekehrten sich von ihren Werken und verteilten, was sie besaßen, den Armen.

1: Von einer Beschreibung Konstantinopels, die M. A. anläßlich dieser Reise verfaßt habe und die im Patriarchalpalast (beit elabâ) aufbewahrt werde, spricht die Chronik von Seerd. P. O. IV, 3, 283. Was aber daraus mitgeteilt wird, erweckt wenig Vertrauen. — Er übersetzte die Liturgie von Konstantinopel, die bei den Nestorianern noch jetzt als Nestoriusanaphora gebräuchlich die älteste Gestalt der byzantinischen Liturgie darstellt.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger