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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
16. Mâr Jakob

10.

Zähneknirschend in großem Zorne traten die Henker hinzu und schnitten ihm den rechten Fuß ab. Der Herrliche sprach zu ihnen: „Jedes Glied, das ihr mir abschneidet, wird als Opfer dem König des Himmels dargebracht." — Sie schnitten ihm den linken Fuß ab und er sprach: „Erhöre mich, o Herr, denn Du bist gut und groß ist Deine Güte allen, die Dich anrufen." Sie schnitten ihm die rechte Hand ab und er rief: „Die Gnade Gottes war groß über mir; befreie meine Seele von dem tiefen Scheol." — Sie schnitten ihm die linke Hand ab und er sprach: „Siehe, den Toten tust du Wunder"1. — Sie traten hinzu und trennten seinen rechten Arm ab und er sprach wieder2: „Ich will loben den Herrn in meinem Leben und lobsingen meinem Gott, solange ich bestehe. Es gefalle ihm mein Lob; ich will mich freuen im Herrn." — Sie schnitten ihm den linken Arm ab und er sprach: „Von jetzt an soll mein Haupt über meine Feinde, die mich umgeben, erhoben sein. Meine Kraft und Ehre ist der Herr; er ist mein Erlöser." Sie wendeten sich an seinen rechten Schenkel und trennten ihm vom Kniegelenk. Und in diesem Schmerz, den er heftiger fühlte, sprach er wieder: „Herr, Jesus [S. 161] Christus, hilf mir und rette mich; denn die Stricke des Todes haben mich umgeben." Die Mörder sprachen: „Haben wir dir nicht vorausgesagt, daß hart die Qual ist, die über dich kommt?" Der Herrliche sprach: „Alles, was ich jetzt fühlte, (ist,) daß ich erkannte, daß ich mit einem Leibe bekleidet bin. Um der Liebe Gottes willen will ich noch mehr leiden. Denn in all diesen Qualen, womit ihr mich quält, litt ich nicht; denn mein ganzer Sinn war zu Christus, dem Herrn, entrückt. Stehet nicht da; tut, was euch befohlen ist." Die Henker ermüdeten, da sie seine Glieder abschnitten und zur Erde warfen; aber seine Liebe erglühte noch mehr. Und obwohl es ihnen leid tat, trennten sie auch seinen linken Schenkel von seinem Knie.

1: Warda: "Als sie den andern Fuß abschnitten, nahm er seine Zuflucht zu dem Prophetenwort: Sieh, an den toten Söhnen der Erde wirst du, o Herr, Wunder tun. Auch durch mich, der ich halb lebendig und halb tot bin, bringe durch mich Heilung der Schmerzen und Gesundheit den Kranken und Segen denen, die meiner gedenken.“
2: Ps. 145, 2.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger