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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
16. Mâr Jakob

5.

Als der Heilige an den Ort der Hinrichtung gebracht war, bat er die Henker: „Gebt mir zuvor etwas Raum, den zu bekennen, um dessentwillen ich leide." Er wendete sein Gesicht nach Osten, beugte die Knie zur Erde, richtete den Blick seines Herzens zu dem, der in den Himmeln der Himmel wohnt und betete: „Höre, Herr, das Flehen Jakobs, Deines schwachen Dieners; [S. 154] gib Deinem Diener Kraft in dieser Zeit; rette den Sohn Deiner Magd, der Dich ruft in dieser Stunde und tue an mir ein gutes Zeichen, damit ich ein Genosse aller Freunde Deines Namens sei, die um Deines Namens willen verfolgt wurden und werden. Wenn ich in Deiner großen Kraft gesiegt und die Krone empfangen habe mit den Auserwählten, die Dich geliebt und gekrönt wurden, dann sollen meine Hasser sehen und sich schämen, daß Du, Herr, mir halfest und mich tröstetest." Sofort legten sie an ihn Hand an, streckten ihn ohne Erbarmen an Händen und Füßen aus und sprachen: „Sieh zu, was du tust. Denn ohne Unterbrechung und Zögerung wird Glied für Glied deines Leibes abgeschnitten, werden deine Finger und Zehen abgetrennt, deine Arme abgelöst, deine Knie aus ihren Gelenken geschnitten, und nach dem Abschneiden deiner Finger und dem Verderben deiner Glieder wird dir der Kopf abgeschnitten. Denk nun nach und sieh zu, was du dir wählst: entweder gehst du durch ein Wort zum Leben, oder du hältst deinen Willen fest und stirbst alle diese verschiedenen, schrecklichen Todesarten." Vornehme Männer, die zugegen waren, weinten über den Anblick seiner lieblichen Schönheit, über seine herrliche, prächtige Gestalt und sprachen einstimmig: „Richte dich nicht umsonst zugrunde, sondern tue dem König den Willen und lebe; hernach kehre zu deiner Religion zurück." Der Selige öffnete seinen Mund und sprach: „Weinet nicht über mich, sondern über euch selbst. Denn um ein wenig irdische Freude erbt ihr ewige Pein. Und nicht nur ihr, sondern auch die Teufel und die Schatten, die ihr anbetet. Ich erbe durch diese Hinrichtung ewiges Leben und für die abgeschnittenen Glieder wird mir weiterer Lohn hinzugefügt. Denn alle erhalten von Gott, der nicht benachteiligt, den ihrer Mühe entsprechenden Lohn." Da sprach der königliche Kommissär, der mit seiner Hinrichtung beauftragt war, zu den Henkern: „Was stehet ihr und gebet acht; beginnet, seine Finger abzuschneiden."

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger