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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
16. Mâr Jakob

3.

Da er so dachte, teilten Apostaten, die seine Worte hörten und ihn über die Schrift meditieren sahen, all das rasch dem König durch Vertraute mit. Als dieser die Änderung des Herrlichen erfuhr, befahl er sofort, daß er vor ihm erscheine. Als er eintrat und vor ihm stand, sprach der König: „Bist du ein Nazarener?" Der Herrliche sprach: „Ja, ich bin ein Nazarener." Der König sprach: „Wurdest du nicht ein Magier?" Der Heilige sprach: „Nein." Der König sprach: „Erhieltest du nicht wegen des Magiertums von meinem Vater Geschenke und Ehren?" Der Herrliche sprach: „Wo ist der, von dem ich Geschenke und Ehren erhielt?" Der König wurde darüber zornig und gedachte, [S. 152] ihn verschiedene Qualen erdulden zu lassen. Er sprach sofort: „Glaube nicht, daß du einfach durch das Schwert sterben werdest, wenn du nicht sogleich von dem Wege, auf dem du stehst, umkehrst." Der Selige antwortete: „Bemühe dich nicht, Herr, König, und verschwende an mir nicht Drohungen im Wort ohne Tat. Nicht achte ich auf das, was du sagst. Wie ein Wind, der feste Felsen anbläst, ist dein Wort in meinen Ohren." Der König sprach: „Auch deine Glaubensgenossen haben in den Tagen meiner Väter gewagt, in dieser Gesinnung zu beharren und diese Religion festzuhalten, und es trafen sie verschiedene Todesarten und harte Hinrichtungen, weil sie nicht auf den Befehl des Königs hörten." Der Herrliche sprach: „Beständig bete ich zu Gott, daß ich so wie sie sterben möchte und daß mein Ende wie das Ihrige sei." Der König sprach: „Erhebe dich nicht verwegen gegen den Befehl meiner Majestät." Der Selige sprach: „Dieser Tod ist kein Tod; er ist wie ein Schlaf, den ein Mann schläft und erweckt wird." Der König sprach: „Die Nazarener mögen dich nicht betrügen und dir sagen: Der Tod ist wie ein Schlaf; fürchte nicht. Denn sieh, auch die Könige und Machthaber fürchten ihn." Der Herrliche sprach: „Die Könige und Machthaber und alle, die Gott nicht gedient, fürchten beständig den Tod, da sie wissen, was sie in der Welt getan. Denn so ist uns geschrieben1: ,Der Heide starb und seine Hoffnung verging; die Hoffnung der Bösen vergeht‘." Der König sprach: „Gelten wir euch als Heiden, ihr törichten Nazarener, die ihr den Göttern nicht dient, noch der Sonne, dem Mond, dem Feuer und Wasser, die Kinder Gottes sind?" Der Herrliche sprach: „Ich tadle dich nicht, König. Denn es ist uns, die wir würdig sind, in diesen Kampf einzutreten, geschrieben2: ,Es kommt die Stunde, da jeder, der (einen) aus euch tötet, glaubt, Gott zu dienen.‘ Nicht als ob ihr durch unsere Hinrichtung Gott dientet, sage ich (so), sondern weil ihr irrtümlich glaubt, Gott allein zu kennen, indem ihr die Geschöpfe und die stummen [S. 153] Naturen anbetet, den Namen Gottes geschaffenen Naturen beilegt, den erzürnt, der euch das Reich gab, und denen zu gefallen sucht, die euch weder Gutes noch Böses zu tun vermögen."

1: Vgl. Spr. 11, 7.
2: Joh. 16, 2.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
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