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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
13. 'Akebschemâ und Genossen

4.

Als 'Akebschemâ gefesselt war und angesichts seines Hauses vorbeiging, sprach ein Gesinnungsgenosse aus denen, die mit ihm gingen: „Befiehl jemand, auf dein Haus acht zu haben, damit es nicht verfalle." Er brei- [S. 118] tete angesichts seines Hauses die Hände aus und sprach: „Dieses Haus ist nicht mein Haus und dieser Besitz ist nicht mein Besitz. Mein ist nunmehr Christus; er ist mein Gewinn, neben dem ich nichts achte." Als man ihn nach Arbel gebracht, führte man ihn vor den Môpêt namens Adôrkorkschîr1. Dieser fragte ihn: „Bist du Christ?" Er antwortete laut: „Ich bin Christ und bete den wahren Gott an." Der Môpêt sprach: „Also ist wahr, was ich über dich gehört, daß du in dieser Gegend gegen den König der Könige lehrst?" 'Akebschemâ sprach: „Alles, was dir über mich gesagt wurde, ist wahr. Gewiß predige ich den Menschen nur e i n e n Gott, damit sie Buße tun und sich zu ihm von ihren bösen Wegen bekehren, wie in unseren heiligen Schriften steht." Der Môpêt sprach: „Ich habe gehört, daß du weise bist und siehe, du bist auch ein Mann alt an Jahren. Warum irrst du2, betest du nicht die Sonne an und ehrst du nicht das Feuer, da doch der ganze Orient"') ihnen dient?" Der Heilige sprach: „Gar sehr töricht handelt der Orient3, da er den Schöpfer verließ und das Geschöpf anbetet. Auch habt ihr ihn durch eure abscheuliche Lehre irregeführt, die, was das Werk e i n e s Schöpfers ist, der Gott über alles ist, für viele Götter hält." Der Môpêt sprach: „Abscheulich nennst du die wahre Lehre, die der König der Erde festhält, du eines bösen Todes Sterbender?" Der Heilige sprach: „Wo ist die Wahrheit eurer Lehre? Siehe, sie leugnet ja die Wahrheit, sie, die Geschöpfe für anzubetende Söhne hält." Der Môpêt sprach: „Jetzt tue den Willen des Königs und bete die Sonne an und du wirst von den dir bewahrten Peinen befreit. Ich schone dein Alter, daß du nicht im Blute in den Scheol hinabsteigst." 'Akebschemâ sprach: „Schließe deinen Mund, Bösewicht, diesem abscheulichen Wort und rede nicht weiter so zu mir. Von Jugend an bin ich im wahren Glauben erzogen. Und jetzt im Alter ziemt es mir noch mehr, einen guten Namen zu haben, tapfer die Krone zu emp- [S. 119] fangen und dein böses Wort zu verachten und zu verwerfen." Da befahl der Bösewicht, ihn zur Geißelung auszuspannen. Bei den bitteren Hieben floß sein Blut und seine Füße waren in Ketten geschlagen. Der Gottlose sprach: „Wo ist dein Gott? Er komme und rette dich aus meinen Händen." Der Heilige sprach: „Mein Gott existiert und kann mich aus deinen unreinen Händen retten. Aber du rühme dich nicht. Denn du bist eine Blume, die verdorrt, und eine Blüte, die verwelkt. Du bist lebendig tot, da du nicht in Gott, deinem Schöpfer, lebst. Du stirbst den zeitlichen Tod und wiederum stehst du auf, um in Ewigkeit in der Hölle zu sterben. In diesem Feuer, das du ehrst, wird dein Leib mit deiner Seele im gerechten Gerichte Gottes gepeinigt." Da befahl er, daß er mit schweren Ketten gefesselt und in ein finsteres Gefängnis geworfen werde.

1: „Adûrchwarschêd".
2: G.: „wie ein Kind".
3: G.: „das ganze persische Land".

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger