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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
13. 'Akebschemâ und Genossen

19. 1

Es war dort ein Manichäer im Gefängnis, der ebenfalls zur Folter und Geißelung gebracht wurde. Sofort verleugnete er seine Irrlehre und seinen falschen [S. 133] Glauben entsprechend ihrer lügnerischen und laxen Gewohnheit2. Man ließ nun den heiligen Aitillâhâ herab, daß er ihn sehe: „Sieh, er hat in allem unseren Willen getan." Und als er sah, daß er verleugnet und die Ameise getötet, die sie lebende Seele nennen3, da wurde sein Gesicht von Freude erfüllt; seine Farbe wurde rosig; er tanzte mit dem Fuße und sprang und seine abgestorbenen Arme schwankten, indem sie wie Rockärmel herabhingen. Er rief laut: „Wehe dem Mann, wehe ihm; denn er ist schuldig und hat seinen Gott, der nicht ist, zugleich verurteilt. Selig bin ich, der ich gesiegt und in dem Christus, der Heilige, der Sohn Maria, gesiegt, der von Anfang und in Ewigkeit ist." Als der Verfluchte das hörte, wurde er verwirrt und befahl, ihn mit harten Ruten zu schlagen, bis er bewußtlos schwieg. Man schleppte ihn hinweg und warf ihn hinaus nackt und bloß, weil er keine Hände hatte, einen Lendenschurz (περίζωμα) anzuziehen4. Ein Magier, in dem die Natur Adams sich regte und menschliche Barmherzigkeit glühte, trat hinzu, warf seinen Mantel über ihn und deckte ihn zu, um ihn dem Spott und Hohn frecher Blicke zu entziehen. Böse Genossen, die es sahen, klagten ihn bei dem Môpêt an, der befahl, ihn zur Geißelung auszuspannen. Er erhielt zweihundert Rutenstreiche, bis er bewußtlos wurde. Vielleicht erhielt er deshalb einen Tropfen Barmherzigkeit. Den [S. 134] seligen Aitillâhâ nahm man weg und warf ihn in das Gefängnis.

1: sic!
2: G.1: „Man zwang ihn, zu verleugnen und zu opfern. Am Anfang weigerte er sich. Da befahl er, ihn heftig zu geißeln. Nachdem er einige Zeit ausgehalten, schrie er: „Anathema dem Manes, seinem Glauben und all seiner Lehre." Sofort brachte man ihm eine Ameise, daß er sie töte. Denn die Manichäer nennen die Ameise Gott und verehren sie. Der Manichäer tötete sie sogleich." Fast gleich G.2 3.
3: G.4: „Da sich die Unreinen aller Tieropfor enthalten, indem sie die Werke des bösen Prinzips verabscheuen, brachte man dem Manichäer eine Ameise und befahl ihm, sie zu töten." — Nach parsischer Lehre ist die Ameise ein Geschöpf Arimans, des böseu Prinzips; ihr gegenüber steht der Ameisen verzehrende Igel als Geschöpf Ahuramazdas. Die manichäische Seelenlehie verbietet dagegen jede Tötung.
4: Der Kausalsatz fehlt bei G.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger