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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
13. 'Akebschemâ und Genossen

16.

Jener frühere Môpêt wurde gewechselt und es kam statt seiner ein anderer namens Zardhûscht, ein unreiner Hund, schlimmer als der erste und er brachte einen harten Befehl des gottlosen Königs mit, daß alle Laien, die auf dem Wege des Christentums beharrend erfunden würden, gezwungen werden sollten, ihre Visitatoren1 zu steinigen. Da entstand große Erregung und harte Pein. Es flohen freie Männer und Frauen, die wenigen Gläubigen, die in der Provinz waren, und versteckten sich im Gebirge an verborgenen Orten aus Furcht, um nicht unschuldiges Blut zu vergießen. Als dieser gottlose Zardhûscht kam und in den Feuertempel anzubeten ging, sagten ihm die Feuerdiener: „Es sind hier zwei Zauberer von denen, die Christen genannt werden, die drei Jahre und ein halbes hier im Gefängnisse sind und die der Môpêt Adôrkorkschîr viel folterte; aber sie taten durchaus nicht seinen Willen. Sofort befahl er, sie vor ihn zu bringen und sprach grob und hart: „0 hartnäckiges und verwegenes Volk, hat euch noch nicht erschüttert der große und strenge Befehl Schâpûrs, des Königs der Könige und Herrn der ganzen Welt, der große Reiche verwüstete, starke Städte eroberte, viele Provinzen unterwarf und alle (Himmels-) gegenden unter seine Füße trat? Ihr aber sitzet in seinem Land und seinen Städten, empört euch gegen ihn, verwerft sein Gesetz und verachtet seine Befehle." Der [S. 130] selige Joseph antwortete mit lauter Stimme: „Wenn wir, wie du sagst, Rebellen gegen den König sind, und Feinde, wie du uns anklagst, warum hat er nicht starken Kampf bereitet und tapfere Männer mit Waffen, Bogen und Köcher ausgerüstet und gegen uns gesendet, wie gegen jene Völker, die du genannt, sondern hat er dich gesendet, dich Schwachherzigen und Furchtsamen, der du sogar den Laut eines rauschenden Blattes fürchtest. Denn du hast keine Übung in der Jagd mit Männern im Felde, sondern dein ganzer Umgang besteht im Müßiggang mit Frauen im Schlafgemach. Deshalb schäme dich bei dir selbst, daß du nicht kommst, Rebellen gegen den König zu unterdrücken, sondern daß du gesendet wurdest, in der Wahrheit Schwache zu verführen und zu Rebellen gegen Gott zu machen. Nun aber tropft dein verderblicher Rat nicht in unsere Ohren, der treuen Freunde des treuen Herrn." Der Môpêt sprach: „Gottloser Zauberer, du beschimpfest und schmähest mich so sehr, während ich mit dir langmütig bin, indem du glaubst, ich werde dich sofort enthaupten, so daß du den Martern entrinnst, die ich lange Zeit über dich verhängen werde. Aber jetzt schweige ich, bis ich Gelegenheit finde zu tun, wie mir befohlen wurde." Der Heilige sprach: „Ich weiß, daß du listigen Herzens bist und still wie eine Zauberschlange (ἀσπίς), die zu beißen dürstet, und daß dein Leib (aus Haß) grün gefärbt ist wie eine böse Viper (ἐχίδνα), die nach Verderben hungert. Offenbare nunmehr deine heimtückische Kunst; zeig deine verwegene Macht; zücke dein mörderisches Schwert; kühle deine Bitterkeit in unserem unschuldigen Blute, du ewigen Gerichtes und ewiger Strafe Schuldiger, und schick uns rasch zu den großen Reichtümern, dorthin, wohin wir zu kommen erwarten, in jenes Reich, das euer Reich zerstört und eure vergängliche Macht endet."

1: Sâ'ôrâ, muß hier in einem weiteren Sinne stehen, G. l 2 3ἡγούμενοι; G.4: „die ergriffenen Heiligen".

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger