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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
13. 'Akebschemâ und Genossen

13.

Auch der Held Aitillâhâ wurde herbeigebracht und der Gottlose sprach: „Wenn du nicht hartnäckig bist wie deine Vorgänger, die eines bösen Todes starben, so tue den Willen des Königs, bete die Sonne, den Gott, an und du sollst leben und Ehre und Geschenke von uns erhalten." Der heilige Aitillâhâ antwortete: „Ich wundere mich über deine geistige Blindheit, der du nicht siehst. Wahrlich, du bist ein unvernünftiges Tier. Denn sieh, diese, die an Jahren älter sind als ich, haben ausgehalten und durch den Tod, den sie durch dich erlitten, ewige Ehre erworben. Ziemt es mir nicht, noch tapferer zu sein und mit ihnen den guten Namen und die herrliche, unvergängliche Krone zu erlangen? Somit beharre ich in meiner Wahrheit und auf den Befehl deines Königs, der ein Feind alles Guten und ein Gegner alles Schönen ist, höre ich nicht." Als der Gottlose den Schimpf des Königs hörte, wurde er sehr verwirrt; er veränderte seine Gesichtsfarbe und befahl, daß ihn zwanzig Männer an jedem Arm ausspannen und starke Männer mit jenen bitteren Geißeln schlagen sollten. So schlugen sie ihn ohne Erbarmen wie einen Stein und gefühlloses Holz, bis sein ganzer Leib zerrissen und zerfleischt war. Der Held sprach laut: „Gar schwach und gering sind deine Martern, du Unreiner und Kraftloser. Wenn du Willfährige hast, bringe neue herbei, damit meine Seele noch mehr befestigt werde und mein Leib gänzlich erstarke." Der Môpêt sprach zu seinen Beisitzern: „Was ist das, daß diese Zauberer so nach dem Tode verlangen, wie ein Hungriger nach Brot und Wasser?" Diese sagten: „Sie stimmen mit ihrer Lehre überein, die ihnen eine andere, unsichtbar' Welt verkündet." Alle Glieder des Athleten lösten sich durch diese harten Schläge; seine Schultern und Arme wurden von ihren Stellen losgerissen; Knochen trennten [S. 127] sich von Knochen; Gelenk löste sich von Gelenk wegen der erbarmungslosen Ausspannung; bloß die Haut blieb dazwischen. Während zwei Männer standen und ihn hielten, sprach der Gottlose: „Wenn du den Willen des Königs tust, befehle ich den Ärzten, dir Hilfe zu leisten, daß du gesundest." Der Selige sprach: „Gar wenig ist es, was du von den Arzneien gesagt. Aber wenn du auch nur ein Wort sagen würdest und ich geheilt würde, so glaube ich dir doch nicht; ich lasse meinen Gott nicht, der Himmel und Erde gemacht, und bete nicht die Sonne, sein Geschöpf, an, das er zum Nutzen der Menschen gemacht." Der Môpêt sprach: „Was bleibt an dir, das lebt und hält, auch wenn du den Willen (des Königs) tun und leben willst? Aber ich will euch zum bösen Beispiel für alle Frechen gleich euch machen." Der Heilige sprach: „Du hast gut prophezeit wider Willen. Denn ein gutes Beispiel sind wir für alle Treuen gleich uns, und als herrlichen Ruhm hinterlassen wir den nach uns kommenden Geschlechtern den großen Kampf unseres Streites, die offenkundige Geduld unseres Sieges und die unvergängliche, unserem Greisenalter geflochtene und bewahrte Krone, die in der Herrlichkeit unseres Herrn am jüngsten Tage erneuert wird."

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger