Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Fünftes Buch
VI. Kapitel

38.

1. Also ist ein Zeichen der unbeschränkten Macht der Hut, der auf dem Haupte ist. Überdies haben wir gehört, daß gesagt ist: "Und das Haupt Christi ist Gott"1 "und der Vater unseres Herrn Jesu Christi".2

2. Indessen besteht das Brustschild aus dem Schulterkleid, das das Sinnbild des Wirkens ist, und aus dem Logeion (das auf das Wort, den Logos, hinweist3) und ist ein Bild des Himmels,4 der durch das Wort geschaffen worden ist und der [S. 152] niedriger ist als das Haupt aller Dinge Christus5 und der sich immer nach den gleichen Gesetzen und in gleicher Weise bewegt.

3. Die leuchtenden Smaragdsteine auf dem Schulterkleid bedeuten nun Sonne und Mond,6 die Gehilfen der Natur. Von der Schulter nimmt ja, meine ich, die Hand ihren Anfang.7

4. Und die zwölf Steine, die auf der Brust in vier Reihen angeordnet sind,8 malen uns den Tierkreis mit den vier Jahreszeiten vor Augen.9

5. Anders aufgefaßt müssen dem Haupt des Herrn Gesetz und Propheten untergeordnet sein, durch die auf die Gerechten in beiden Testamenten hingewiesen wird; denn wir tun doch wohl recht daran, wenn wir die Apostel Propheten und zugleich Gerechte nennen, da ein und derselbe Heilige Geist durch alle wirkt.10

6. Wie der Herr über die ganze Welt erhaben ist, ja vielmehr noch jenseits der geistigen Welt steht, so ist auch der auf dem Stirnblatt eingegrabene Name für würdig geachtet, "über alle Herrschaft und Macht"11 erhaben zu sein; er ist aber eingegraben, um auf die geschriebenen Gebote und auf die mit den Sinnen wahrnehmbare Erscheinung (des Herrn)12 hinzuweisen.

7. Es ist aber von dem Namen Gottes die Rede, weil der Sohn wirkt, wie er die Güte des Vaters wirken sieht,13 er, der Gott-Heiland genannt ist, der Anfang14 des Alls, der als erster und vor der Ewigkeit als Ebenbild "des unsichtbaren Gottes" entstanden ist, aber dann alles das, was nach ihm geworden ist, gestaltet hat.15

1: Vgl. 1Kor 11,3.
2: Vgl. z.B. Röm 15,6; 2Kor 11,31.
3: Logeion oder Logion heißt in der Septuaginta das Orakelbrustschild des Hohenpriesters; vgl. Ex 28,15 ff. (Vulgata: rationale iudicii). Zu der Deutung auf den Logos vgl. Philon, Leg. alleg. III 119.
4: Die Stelle enthält Mißverständnisse; denn (xxx) und (xxx) sind gleichbedeutend für Brustschild, und bei Philon (De vita Mos. II 122.130) ist nicht das Brustschild, sondern das Schulterkleid ((xxx)) Sinnbild des Himmels; doch ist bei Philon, De somn. I 124 f. auch der ganze Leibrock als Sinnbild des Himmels und das Brustschild als Bild der Sterne bezeichnet.
5: Vgl. 1Kor 11,3; Eph 1,22.
6: Vgl. Philon, De vita Mos. II 122.
7: Vgl. oben 31,2 mit Anm.; Philon, De vita Mos. II 130.
8: Vgl. Ex 28,17 ff.
9: Vgl. Philon, De vita Mos. II 124; De spec. leg. I 87.
10: Vgl. 1Kor 12,11.
11: Vgl. Eph 1,21; Phil 2,9.
12: Vgl. unten 40,3.
13: Vgl. Joh 5,19.
14: Vgl. Kol 1,18.
15: Vgl. ebd. 1,15 f.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis

Navigation
Erstes Buch
Zweites Buch
Drittes Buch
Viertes Buch
Fünftes Buch
. I. Kapitel
. II. Kapitel
. III. Kapitel
. IV. Kapitel
. V. Kapitel
. VI. Kapitel
. . 32.
. . 33.
. . 34.
. . 35.
. . 36.
. . 37.
. . 38.
. . 39.
. . 40.
. VII. Kapitel
. VIII. Kapitel
. IX. Kapitel
. X. Kapitel
. XI. Kapitel
. XII. Kapitel
. XIII. Kapitel
. XIV. Kapitel
Sechstes Buch
Siebtes Buch

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger