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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Fünftes Buch
VI. Kapitel

34.

1. Infolge dessen heißt der Sohn "Angesicht des Vaters",1 da er, das Wort, das die Eigenart des Vaters verkündigt, durch die Fünfzahl der Sinne Träger des Fleisches geworden ist.

2. "Wenn wir im Geiste leben, so laßt uns auch im Geiste wandeln!"2 "Wir wandeln im Glauben, nicht im Schauen",3 sagt der treffliche Apostel.

3. Hinter der Decke bleiben die gottesdienstlichen Handlungen der Priester verborgen, und die Decke hält die dabei Beschäftigten völlig von denen getrennt, die draußen sind.

4. Andererseits weist der Vorhang am Eingang zum Allerheiligsten - dort sind vier Säulen4 - auf die heilige Vierzahl der alten Bündnisse5 hin.

5. Das gleiche bedeutet aber auch der geheimnisvolle Name mit vier Buchstaben, den diejenigen trugen, die allein das Heiligtum betreten durften;6 der Name lautet aber Iau,7 was übersetzt wird mit "der da ist und der da sein wird".8

6. Übrigens besteht auch bei den Griechen das Wort (xxx) deós (Gott) aus vier Buchstaben.

7. Die geistige Welt betritt aber nur der Herr, nachdem er Hoherpriester geworden ist, indem er durch das Leiden zur Erkenntnis des Unaussprechlichen gelangt9 und [S. 148] sich über jeden Namen erhebt,10 der mit der Stimme genannt werden kann.

8. Ferner war auf der Südseite des Räucheraltars der Leuchter aufgestellt,11 durch den auf die Bewegung der sieben lichtbringenden Sterne hingedeutet ist, die ihren Umlauf im Süden machen.

9. Denn auf jeder Seite des Leuchters sind drei Arme befestigt und auf ihnen stehen die Lichter,12 da ja auch die Sonne wie der Leuchter mitten zwischen den anderen Wandelsternen ihren Platz hat und den Sternen über ihr und denen unter ihr gemäß einer Art göttlicher Harmonie13 von ihrem Licht spendet.14

1: Vgl. Paid. I 57,2 mit Anm.
2: Gal 5,25.
3: 2Kor 5,7.
4: Vgl. Ex 26,32.
5: Gemeint sind die vier Bündnisse mit Adam, Noah, Abraham und Moses; vgl. Ecl. proph. 51,1.
6: Vgl. Ex 28,32 (36); Philon, De vitas Mos. II 114 f.
7: Die bei Clemens überlieferte Form (xxx) darf nicht geändert werden, da diese Form der Transkription des hebräischen Namens auch sonst vorkommt; vgl. Ganschinietz bei Pauly-Wissowa IX 700,11 ff.
8: Vgl. Ex 3,14.
9: Vgl. Hebr 9,11 f.
10: Phil 2,9.
11: Vgl. Ex 25,30 ff.; 26,35.
12: Vgl. Ex 25,31.
13: Vgl. Platon, Staat X p. 617 B.
14: Zu 34,8.9 vgl. Philon, De vita Mos. II 102 f.; Quaest. in Gen. II 79.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger