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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
5. Das große Schlachten in Bêt Hûzâjê

6.

Da Gott nicht wollte, daß dieses Wunder verborgen bleibe, sagte ein Magier aus der Gegend, der Azad gut kannte: „Ein Bundessohn von jenen Nazarenern, die am Donnerstag getötet wurden, glich an Aussehen und Statur sehr dem Azad. Ich glaubte, daß er es sei, zweifelte aber wegen des Bundeskleides, das er trug. Ich suchte, ihn zu sehen und mit ihm zu sprechen. Aber ich. fürchtete und sagte: Vielleicht ist er es nicht und ich bringe mich in bösen Verdacht, daß ich in dieser unruhigen Zeit mit einem Nazarener spreche." Dieses Wort kam unter die Leute; der Hof wurde erregt; die Vornehmen erfuhren davon und das Wort gelangte zum König. Dieser befahl, die Leichen sollten eilig durchsucht werden. Man ging hinaus, durchsuchte die Leichen der heiligen Zeugen, da Wächter sie bewachten, fand unter ihnen die Leiche und das Haupt des herrlichen Azad und meldete es dem König. Als dieser es hörte, wurde er betrübt, staunte sehr, kam zu sich und sprach1: „Von nun an soll dieses Schlachten nicht mehr [S. 87] so ordnungslos geschehen. Sondern jeder, der als Christ ergriffen wird, werde nach dem Namen seines Vaters, seiner Mutter und seiner Familie gefragt, sowie nach der Stadt, dem Dorfe und Volke, woher er ist. Seine Worte sollen auf eine Karte geschrieben werden. Hernach komme man zur Frage nach seiner Religion, und auch darüber werde seine Antwort aufgeschrieben. Durch Foltern, Schläge und Torturen werde er oft befragt. Wendet er sich von seiner Religion nicht ab, so teile man es uns, den Göttern, mit, und wie es uns gut scheint, werden wir befehlen"2. Dieses Gesetz erging am Sonntag der zweiten Woche der Freudigen. Hernach hörte jenes ungeordnete, turbulente Schlachten auf und es trat geringe Erleichterung ein.

1: Anders in einem sehr rhetorisoh gehaltenen Text über dasselbe Ereignis: „Der König befahl, daß das Morden nicht (mehr) nach dem Willen der einzelnen verlaufe, sondern (nur mehr treffe), wer als Lehrer dieses Weges erscheine." Bedjan II, 253. So auch Sozomenus II, 11: „Er stellte das allgemeine Schlachten ein und befahl, bloß die Lehrer der Frömmigkeit zu töten." Kap. 12: „Da man naoh dem Befehle Sabors mit Übergehung der übrigen bloß die Priester und Lehrer des Glaubens ergreifen sollte, gingen die Magier und Môpêts durch das Perserland und quälten die Bischöfe und Priester, besonders in der Provinz Adjabene. Denn diese persische Gegend ist durchaus christlich."
2: Aus diesem Edikt wird folgende Stelle im Martyrium der Bruder Bar chad bschabbâ und Samuel zu erklären sein: Die Brüder lästerten den König, um hingerichtet zu werden. Aber die Beamten sagten: „Sie dürfen nicht hingerichtet werden, bevor ihre Sache vor den König gebracht wurde. Denn ihre Namen standen nicht in dem ihnen übergebenen Urteil." Bedjan II 344.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger