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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
5. Das große Schlachten in Bêt Hûzâjê

5.

Viele Christen, die aus verschiedenen Orten des Weges kamen, und Soldaten, die herbeikamen, die Hinrichtung der Zeugen zu sehen, zogen ihre Kleider aus, traten unter den Bekennern hinzu und sagten: „Wir gehören zu diesen Christen" und wurden so getötet. Die Unordnung wurde groß; die Aufregung verwirrte alle und man wußte nicht, wen man tötete. Ich erwähne hier ein Ereignis, das den meisten unglaublich ist. Damit uns aber kein Vorwurf treffe, wenn wir wegen des Zweifels anderer die Wahrheit verhüllen, will ich berichten, was geschah, damit jeder, der diese Bücher trifft, von dem großen Schlachten wisse, das eine unvernünftige Regierung unter den Dienern Gottes anrichtete1 . Am Donnerstag der ersten Woche der Freudigen,in der das große Schlachten der Zeugen Gottes außerhalb Karkâ de Lêdân geschah, begehrte ein Verschnittener, das ist ein Eunuch (εὐνοῦχος), ein Genosse des herrlichen Gûhaschtazâd, der zu den vornehmsten Verschnittenen gehörte und bei dem König sehr in Ehren [S. 86] stand, namens Azad, ein Christ, die Krone des Zeugnisses und ersann (eine List), sie ungehindert zu erhalten, da er dachte, daß die menschlichen Schmeicheleien zahlreich und die Listen Satans bedrängend sind. Er vertauschte nun an diesen Tagen sein Kleid, zog das Kleid (σχῆμα) eines Bundessohnes an, knüpfte eine schwarze Kapuze (?) um den Kopf, ging hin und stellte sich unter die seligen Bekenner, die hingerichtet wurden. Mit ihnen trat auch er hinzu und sprach zu dem Magier, der dort Kommissär (war) und zu den Mördern: „Auch ich bin Christ" und so wurde auch der heilige Azad gekrönt. Am Morgen des folgenden Freitag wurde Azad vor König Schâpûr gerufen. Man suchte ihn unter seinen Miteunuchen; aber er war nicht da. Man suchte ihn in seinem Hause; aber er wurde nicht gefunden. Ein Herold rief ihn im ganzen Heere zwei Tage lang aus, und alles wunderte sich, daß Azad nicht da war.

1: Mit der folgenden Erzählung sehr verwandt ist, was ‘Amr (S. 11) aus derselben Zeit erzählt. Die Tochter Dôchtânschâh des Kleinköüigs von Bêt Hûzâjê sah, als sie während des Christenmordes von ihrer Dienerin frisiert wurde, die Seelen der Getöteten wie brennende Lampen zum Himmel steigen. Sie mischte sich heimlich unter die Christen und wurde mit ihnen getötet. Ihre Leiche wurde an den Haaren erkannt. Vgl. auch Peeters, An. Boll. 29, S. 150 ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger