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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
3. Pûsai

2.

Der herrliche Pûsai stammte von (Kriegs) gefangenen ab, die Schâpûr bar Hôrmîzd 1 aus Bêt Rômâjê gebracht und in Beh Schâpûr, einer Stadt in der Provinz Pârs, angesiedelt hatte. Er hatte in dieser Welt vor seiner Gefangenschaft ruhig als Christ gelebt, wohnte auf Befehl des Königs in Beh Schâpûr und hatte dort das Vorsteheramt. Er nahm ein persisches Weib aus der Stadt, unterrichtete sie, taufte seine Kinder, erzog und unterwies sie im Christentum. Als nun dieser König Schâpûr bar Hôrmîzd, der die Verfolgung über die Kirchen des Orients begann, die Stadt Karkâ de Lêdân erbaute und dort Gefangene aus verschiedenen Gegenden ansiedelte2, gefiel es ihm, auch von der Be [S. 59] völkerung aller Städte der Provinzen seines Reiches ungefähr je dreißig Familien unter ihnen anzusiedeln, damit infolge der Vermischung mit ihnen die Deportierten durch die (Bande der) Familie und der Liebe gefesselt würden, damit es ihnen nicht leicht würde, allmählich in ihre Heimat zu entfliehen. Das hatte Schâpûr in seiner Schlauheit ersonnen; Gott aber benützte es in seiner Barmherzigkeit zum Guten, um durch die Vermischung der Deportierten mit den Heiden diese für die Erkenntnis der Wahrheit zu fangen und auf dem Wege der Wahrheit zu unterweisen. Wie andere Familien, die man aus verschiedenen Orten auf Befehl des Schâpûr bar Hôrmîzd in Karkâ ansiedelte, brachte man auch solche aus Beh Schâpûr in Pârs. Und unter diesen siedelte man auch den seligen Pûsai, sein Weib, seine Kinder, seine Brüder und Schwestern und seinen ganzen Haushalt in Karkâ de Lêdân an. Pûsai war ein ausgezeichneter Handwerker und verstand meisterhaft die Weberei und Stickerei von Goldornamenten. Auch gehörte er zu jenen Handwerkern, welche der König aus allen Völkern, aus Deportierten und Untertanen sammelte und die er zu einer Genossenschaft mit vielen Unterabteilungen (τάγμα) machte und denen er eine Werkstätte neben seinem Palast (παλάτιον) in Karkâ de Lêdân einrichtete. Da nun der selige Pûsai in seinem Handwerk geschickt war, wurde er dem König empfohlen und dieser gab ihm beständig große Ehren und Geschenke und machte ihn nach kurzer Zeit zum Werkmeister, da er sich täglich mehr auszeichnete und Beifall fand.

1: Gemeint kann nur Schâpûr I bar Ardaschîr (241—272) sein, der zweimal Antiochien eroberte und Kaiser Valerian gefangen nahm.
2: Noch i. J. 874/75 begruben dort römische Deportierte heimlich die Leichen der Märtyrer 'Abdischo' u. Genossen. Bedjan II 346.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger