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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
2. Mâr Simon und Genossen

10.

Als die Beamten die Antwort des seligen Simon hörten, schrieben sie sie nieder und teilten sie dem König mit, und ihr Schreiben wurde vor ihm verlesen. Da erregte er sein Herz zu heftigem Zorn wie ein reißender Löwe, der kostbares Menschenblut gekostet, wetzte seine Zähne und knirschte mit ihnen, entbrannte zum Mord, wurde zum Zermalmen erbittert, brüllte mit lauter und harter Stimme, erschütterte das Land durch sein heftiges Wort und befahl, daß die Priester und Leviten sofort enthauptet, die Kirchen zerstört, das [S. 17] Opfer entweiht und (die Gefäße des) Dienstes geraubt würden. „Und Simon, das Haupt der Zauberer, werde gefesselt und zu mir geschickt, weil er meine Majestät verworfen und die des Kaisers (καῖσαρ) erwählt hat, weil er seinen Gott anbetet und meine Götter verachtet"1. Sofort gelangte ein drittes Edikt von König Schâpûr aus Bêt Hûzâjê an die Beamten von Bêt Arâmâjê, worin es hieß: „Sobald ihr dieses unser, der Götter, Edikt sehet, ergreift und fesselt Simon, das Haupt der Nazarener, und schickt ihn rasch an den Hof. Seine Kirche reißet nieder." So schrieb der König. Als der selige Simon das hörte, zitterte er nicht, noch geriet er in Erregung, und als er mit seinen Augen die Zerstörung seiner Kirche sah, wurde er nicht verzagt, sondern stark und mutig und lobte Gott. Er erhob sich und erschien vor den Machthabern, bevor sie ihn ergriffen. Sie setzten ihm den Termin: „Von jetzt in drei Tagen wirst du an den königlichen Hof gehen." Freudig nahm er es auf sich. Sofort entstand in den Städten Seleucia und Ktesiphon große Aufregung, da die Verfolger kamen, die Kirchen niederzureißen. Der Bund verbarg sich. Die Schafe versteckten sich. Simon, das Haupt, wurde ergriffen. Die Bösen erhielten Gewalt. Die Kirche füllte sich mit Unbeschnittenen und statt der Stimme des ehrbaren Gebetes wurde die Stimme des Lärmes und des Schreckens gehört. Von dem zerstörten Kirchengebälk und statt des duftenden Weihrauchs stieg der Staub der eingerissenen Wände bis zum Himmel. Und alle Kirchen an jedem Ort gerieten in Furcht und Zittern.

1: Die auffallende Praxis, wonach diese Märtyrer oft Jahre lang gefangen lagen oder auf weite Entfernung an den Hof geschickt wurden, dürfte sich aus dem Regieruugsgrundsatz erklären, den Tansar, der Großmôpêt Ardaschîrs I, im Briefe an den König von Tabaristan ausspricht. „Zur Zeit der Alten ließ man ohne Zögern und Untersuchung die hinrichten, welche sich von der Religion abwandten, während der Schahanschah sie nur ein Jahr ins Gefängnis zu werfen befiehlt und ihnen durch die sachverständigen Theologen in dieser Zeit Ratschläge und Beweise zukommen läßt, um ihre Zweifel zu zerstreuen. Nur wenn sie in ihrer Hartnäckigkeit und ihrem Hochmut beharren, werden sie hingerichtet.“ Geizer, Armen. Zeitschr. I, S. 158.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger