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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
2. Mâr Simon und Genossen

7.

Der herrliche Simon sprach: „Ihr habt gehört, was ich soeben gesagt. Schreibt genau, was ihr gehört und tut dem König kund, daß sein Befehl unsere Kraft übersteigt und daß wir um unserer Armut willen doppeltes Kopfgeld nicht auf uns nehmen können. Jedoch liegen unsere Wohnungen und Besitzungen vor ihm und sind in seinem Lande. Er befehle eurer Gewalt, sie uns zu nehmen und wir lassen freudig vor ihm all unsere Habe. Denn unsere Leiber, Besitzungen, Häuser und alle unsere Habe, unsere Seelen ausgenommen — sein sind wir. Nur befehle er uns nicht, Tyrannen (τύραννος) und weltliche Gewalthaber gegen unsere Brüder, das Volk Gottes, zu sein. Denn nicht von dem König dieser Welt haben wir unsere Gewalt empfangen, sondern von dem König der Ewigkeit, dessen Reich nicht vergeht, und unsere Gewalt ist nicht auf Erden, weil sie himmlisch ist. Nicht befehle er also uns Demütigen, streng, noch uns Santfmütigen, hart zu sein. Und wenn ihr sagtet: „daß nicht die Freundschaft des Königs gegen dich sich wegen deines Ungehorsams in Haß verkehre und er dein Blut wie Wasser vergieße", so sage ich vor eurer Gewalt die Wahrheit. Ich freue mich, wenn der König in seiner Liebe zu mir verharrt, falls er mich in der Liebe meines Gottes beläßt, und noch lieber gehorche ich seinem Befehle, wenn er mich dem Befehle meines Königs und Gottes gehorchen läßt, und teuer ist mir mein Leben, wenn er mich in meiner Demut und der Lehre meines Herrn beläßt. Wenn er mich aber durch seine Freundschaft von der Liebe meines Gottes abziehen und mich ihm zum Feinde machen will, wenn er mir rät, seinem Willen zu gehorchen, indem ich dem Willen und Befehl meines Herrn widerstehe und mir das Leben in seiner Freundschaft zugestehend mich bezüglich des wahren Lebens töten will, das der lebendige Lebengeber uns verhieß, der uns das zeitliche Leben gab und das zukünftige verhieß, dann ist mir sein [S. 13] Haß besser als seine Freundschaft und Ungehorsam gegen seine Befehle besser als Gehorsam, und Todesarten aller Art für meinen Gott und sein Volk nützen mir mehr als das zeitliche Leben." Diese Worte des seligen Simon schrieben die Beamten nieder, so wie sie gesprochen wurden, und schickten sie durch Eilboten (veredarii) an König Schâpûr nach Bêt Hûzâjê. Als sie vor ihm verlesen wurden, wurde er von großem Zorne erfüllt, knirschte mit den Zähnen, schlug die Hände zusammen und sprach: „Simon will seine Jünger und sein Volk gegen meine Majestät zur Empörung bringen und zu Knechten des Kaisers (καῖσαρ) machen, der ihr Glaubensgenosse ist. Deshalb gehorcht er meinem Befehle nicht." Nachdem der König so gesprochen, verbreitete sich die Kunde (davon) am Hofe und seine harten Worte gegen Simon und das Christenvolk wurden allgemein bekannt. Sogleich begannen die Feinde unseres Volkes uns zu hassen und vor dem König und seinen Großen feindselige Reden gegen Simon und das Christenvolk zu führen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger