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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
2. Mâr Simon und Genossen

41.

Gedenket, Brüder, der seligen Apostel, die nach dem Worte des auserwählten Paulus1 ein Schauspiel (θέατρον) wurden der Welt, den Engeln und Menschen. Sie waren hungrig und durstig wie ihr; sie waren nackt und wurden mit Fäusten geschlagen wie ihr; sie wurden verachtet und ermüdeten, da sie mit ihren Händen arbeiteten; sie wurden gelästert und segneten; sie wurden verfolgt und hielten aus; man spottete sie und sie baten sie; wie der Auswurf der Welt sind sie geworden und der Abschaum von allen bis jetzt nach dem Zeugnis des Apostels. Höret ihn wieder2: ,Die Zeit ist verkürzt, daß die, welche weinen, (sind) wie nicht Weinende, und die, welche sich freuen, wie nicht sich Freuende; denn die Gestalt dieser Welt vergeht.‘ Erinnert euch, daß er sagt3: ,So laufet, daß ihr erreichet; denn jeder, der einen Wettkampf (ἀγών) macht, enthält sich von allem; [S. 49] und diese laufen, eine vergängliche Krone zu empfangen, wir aber eine unvergängliche." Und er ruft4: „Ich laufe so, nicht wie nach etwas Unbekanntem, und kämpfe so, nicht wie der, welcher die Luft schlägt; sondern ich bändige und unterwerfe meinen Leib, damit ich nicht, der ich anderen gepredigt, selbst verworfen werde." Glauben wir dem, der gesagt5: „Getreu ist Gott, daß er euch nicht über euer Können versucht werden läßt, sondern daß er eurer Prüfung einen Ausgang gibt, damit ihr ertragen könnt." Höret ihn sagen6): „Werdet mir gleich, wie auch ich Christus." Denn er wurde geopfert wie Christus und auch wir sollen wie er geopfert werden. Horchet auf ihn, da er spricht7: „Wenn wir bloß in diesem Leben auf Christus vertrauen, sind wir ärmer als alle Menschen." Denn vorgelesen und gewiß ist euch der Trost, den er bezüglich der Toten gibt, indem er sie Schlafende nennt, damit ihr wisset, daß der Tod ein Schlaf ist8: „Christus erstand aus den Toten und wurde der Erstling der Schlafenden" und so weiter. Und9: „Wenn wir glauben, daß Jesus starb, lebendig wurde und auferstand, ebenso bringt auch Gott die in Jesus Schlafenden mit ihm." Lasset uns hören, wie er uns in der Wahrheit befestigt10: „Wachet auf und stehet im Glauben; seid tapfer und stark." Lasset uns Gott loben, geliebte Brüder, jetzt, da wir geopfert werden. Lasset uns sagen11: „Gepriesen ist Gott, der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der Vater der Barmherzigkeit, der Gott alles Trostes, der uns in allen Trübsalen tröstet, damit auch wir diejenigen trösten können, die in allen Trübsalen sind, mit jenem Trost, mit dem wir von Gott getröstet werden. Denn wie in uns die Leiden Christi sich mehren, so wird auch durch Christus unser Trost gemehrt." Lasset uns, Brüder, jenes Wor- [S. 50] tes gedenken, in dem er unsere im Feuer des Heiligen Geistes gebrannten Leiber tönerne Gefäße nennt12: „Wir haben diesen Schatz in einem tönernen Gefäß, damit die Größe der Kraft von Gott sei, nicht von uns." Und deutlich zeigt er die Kraft Gottes in uns durch die Worte13: „Denn täglich werden wir gepeinigt, aber nicht überführt, verlacht, aber nicht geschmäht, gezüchtigt, aber nicht verlassen. Wir werden herabgestürzt, aber wir gehen nicht zugrunde. Denn jederzeit haben wir die Sterblichkeit Jesu an unseren Leib genommen, damit das Leben Jesu an unserem Leibe offenbar werde. Denn wenn wir lebend um Jesu willen dem Tod überliefert werden, so wird auch das Leben Jesu an diesem unserem Leibe, der stirbt, offenbar werden, da wir wissen, daß der, welcher unseren Herrn Jesus erweckte, auch uns durch Jesus erwecken und mit euch ihm nahe bringen wird." Und er fügt hinzu14: „Deshalb verdrießt es uns nicht, wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, aber der innere Tag für Tag erneuert wird. Denn diese zeitliche Trübsal bereitet uns, so gering sie ist, große Herrlichkeit ohne Ende in Ewigkeit der Ewigkeiten, die wir uns nicht freuen über das Sichtbare, sondern über das Unsichtbare. Denn wir wissen, daß, wenn dieses unser Haus des Leibes, das auf Erden ist, aufgelöst wird, wir doch ein Gebäude von Gott haben, ein Haus nicht von Händewerk im Himmel in Ewigkeit." Wie sehnte sich dieser Wunderapostel nach dem Tode des Leibes15: „Solange wir im Leibe wohnen, sind wir von dem Herrn weg tot. Deshalb sehnen wir uns, von dem Leibe weg zu sterben und bei dem Herrn zu sein." Und sich mühend, von sich selbst zu zeigen, worin er als Diener Gottes erkannt werde, sagt er16: „In allem lasset uns zeigen, daß wir Diener Gottes sind, in vieler Geduld, in Trübsalen, Nöten (ἀνάγκη), Gefängnissen, Geißeln, Fesseln, Aufruhr, Ermüdung, Wachen, Fasten, [S. 51] Reinheit, Weisheit, Langmut, Freundlichkeit im Heiligen Geist, Liebe ohne Hinterlist, im Wort der Wahrheit, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und Linken, in Lob und Schimpf, Ehre und Schmach, als Betrüger und doch Wahrhaftige, als Unangesehene und doch sind wir angesehen, als ob wir tot wären, und sieh, wir leben, als Gezüchtigte und doch sterben wir nicht, als Betrübte und jederzeit freuen wir uns, als Arme und die vielen machen wir reich, als solche, die nichts haben und alles besitzen wir."

1: 1 Kor. 4, 9 ff.
2: Ebd. 7, 29 f.
3: Ebd. 9, 24 f.
4: 1 Kor. 26 f.
5: Ebd. 10, 13.
6: Ebd. 4, 16.
7: Ebd. 15, 19.
8: Ebd. 20.
9: 1 Thess. 4, 14.
10: 1 Kor. 16, 13.
11: 2 Kor. 1, 3—5.
12: 2 Kor. 4, 7.
13: Ebd. 7—11. 14.
14: Ebd. 4, 16—18; 5, 1.
15: Ebd. 5, 6. 8.
16: Ebd. 6, 4—10.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger