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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
2. Mâr Simon und Genossen

30.

Er beugte sein Knie und begann zu rufen: „Herr [S. 40] Jesus, gib mir die Krone des Zeugnisses! Denn Du weißt, daß ich sie aus ganzem Herzen ersehne. Du prüfest das Verborgene und weißt, daß ich Dich aus ganzer Seele liebe. Du prüfest das Herz und kennst, daß ich aus ganzer Kraft Dich liebe, diese Krone ersehne und Dich darum bitte. Gib mir, das Schwert zu sehen und mich zu freuen. Gib mir, in Deinem Reiche zu ruhen und in Deiner Herrlichkeit Trost zu finden. Gib mir, nicht weiter in dieser Welt zu leben und die Leiden meines Volkes ferner nicht zu schauen. Gib mir, nicht zu leben und zu sehen Deine Kirchen zerstört, Deine Altäre umgestürzt, Deine heiligen Bücher zerrissen, Deinen Dienst geplündert und verhöhnt, Dein Opfer zertreten, Deinen Bund überall bedrückt und gequält. Gib mir, nicht zu leben und zu sehen die Schwachen verunreinigt, die Kleinmütigen von der Wahrheit abgefallen. Gib mir, nicht zu leben und zu sehen meine dichten Herden von den reißenden Wölfen zerfleischt, noch meine vielen, falschen Freunde, die heute als meine Feinde und Mörder erfunden werden, noch möge ich ferner sehen meine Freunde auf Zeit, welche die Prüfung der Zeit genommen hat. Gib mir, nicht zu leben und zu sehen das unreine Volk der Kreuziger, die Dein heiliges Volk verspotten und verhöhnen und über Deine Diener sich erheben. Gib mir, daß mein Bekenntnis im Zeugnis vollendet werde, daß ich mutig an der Spitze des ganzen Orients stehe und Deinem, der Gewalt dieses harten Reiches unterstehenden Volke ein gutes Beispiel bin. Denn um Deines Namens willen wurde ich an die Spitze der Brüder und Deines Volkes in diesem Reiche berufen und ich werde an der Spitze aller sterben, indem ich mein Blut für sie gebe und mit ihnen jenes Leben empfange, worin nicht ist Sorge und Kümmernis, Bedrängnis und Mühe, nicht Bedränger und Bedrängter, Unterdrücker und Unterdrückter. Denn Du, Herr, hast jene Welt Deinen Erwählten bereitet; Dich erwartet meine Seele. Gib mir, Herr, diesem Leben zu entrinnen, worin die Lästerung der Könige mich erschüttert, die Gewalttätigkeit der Mächtigen gegen Deinen mächtigen Namen mich zittern macht. Die Ärgernisse meiner Füße mögen durch Dich gesunden, o Weg der Wahrheit; die [S. 41] Müdigkeit meiner Glieder in Dir Ruhe finden, Christus, unser fettes Salböl; die Trübsale meines Herzens mögen in Dir vergessen werden, Jesus, Kelch unserer Erlösung; die Tränenbäche meiner Augen in Dir versiegen, Trost unserer Freuden."

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger