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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
2. Mâr Simon und Genossen

29.

Nachdem der selige Simon so zu seinen Brüdern gesprochen, trat plötzlich jemand ein und sprach: „Freuet euch im Herrn, ihr Seligen; denn der herrliche Gûhaschtazâd wurde im Zeugnisse vollendet und gekrönt." Alle Bekenner wunderten sich über das, was sie hörten, da er ihnen alle Ereignisse erzählte, und freuten sich gar sehr. Und Simon erhob sich, im Gebete Gott zu bekennen für das, was an dem ruhmreichen Gûhaschtazâd geschehen war und sprach zu allen Brüdern im Gefängnis: „Kommet, lasset uns den Herrn loben; kommet, lasset uns unserem Gott, dem Erlöser, lobsingen; kommet, lasset uns Christus bekennen und seinen erhabenen Namen erheben um der großen Freude willen, die uns Gott gemacht, da er das von der Herde [S. 39] verirrte Schaf in die Hürde Christi zurückgeführt, den der Kirche verlorenen Heller in den sicheren Beutel und den Sohn, der seine Habe verschwendet, in sein Vaterhaus (zurückgebracht)." Und er begann zu beten: „Angebetet ist Deine Hoffnung, o unser Gott, gepriesen Deine Kraft, o unser Schöpfer, vorzüglich Deine Macht, o unser Erlöser, der Du die Toten belebst, die Gefallenen aufrichtest, dem Hoffnungslosen Hoffnung gibst. Dieser, der der letzte war meinem Denken, wurde der erste meinem Willen; der fremd war meinem Werke, wurde Hausgenosse meinem Tun; der fern war meiner Wahrheit, wurde nahe meinem Glauben; der in die äußere Finsternis hinausgegangen war, wurde Gast im Brautgemach; den sein Wille von mir getrennt, führte sein Bekenntnis zu mir herein. Während ich ihm zuvorkommen wollte, kam er mir zuvor; während ich ihn zu übertreffen wünschte, erreichte er mich. Er durchbrach die Mauer des schrecklichen Todes und erfreute mich; es erschien an ihm der Weg des Lebens und beglückte mich. Er wurde Führer meinen Füßen auf dem schmalen Pfad; er stellte meine Füße auf den engen Weg. Wozu zögere und warte ich? Er ließ mir das Unterpfand (ἀρραβών): steh auf; sein Vorbild ließ er mir: komm; er sprach zu mir freudig: ,Du hast mir ferner nichts vorzuwerfen, Simon; die Türe deiner Wohnung darfst du mir nicht verbieten, noch ist mein Angesicht mehr betrübt wegen deines Zornes gegen mich; tritt freudig ein zu mir in das Haus, das ich mir bereitet habe und in die Ruhe, die ich mir gerichtet. Wir wollen uns an unserem gegenseitigen Verkehr am Orte des Lichtes erfreuen, da wir auch in dieser Welt der Trübsal uns gemeinsam an leiblichen und geistigen Dingen erfreuten.‘ Was hindert, ihn zu hören? Was verzögert, ihn zu erreichen? Selig bin ich, wenn man mich rasch zur Hinrichtung schleppt. Selig in der Stunde, da man mich zum Tode bringt, vor allem, da ich entrinne den Nöten, die das Volk Christi, meines Herrn, umringen, und den Prüfungen, welche die Gläubigen Jesu, meines Erlösers, erfaßt haben."

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger