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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
2. Mâr Simon und Genossen

28.

Nachdem der selige Simon von dem König weggegangen war, nachdem Gûhaschtazâd sich ihm genaht, ihn adoriert und von ihm das oben Gesagte vernommen [S. 37] hatte, kam er zu den Bischöfen, seinen Brüdern und Genossen, deren Namen wir am Anfang unseres Berichtes angeführt, und zu den Priestern und Diakonen aus verschiedenen Gegenden, die mit ihnen gefangen genommen waren, bevor der selige Simon an den Hof kam, die tapfer, mutig, freudig und bereitwillig in den Kampf (ἀγών) für die Religion hinabstiegen, sich auszeichneten und gekrönt wurden. Als sie ihn sahen, freuten sie sich sehr, den Vater der Bischöfe zu sehen, da sie sich sehr nach seinem Anblick sehnten, als sie hörten, er sei nach Karkâ gekommen. Er grüßte und küßte alle und begann zu sprechen: „Was soll ich eurer Weisheit sagen, die ihr vor meinen Worten Werke vollbracht? Denn zuvor habt ihr euch in großen Peinen ausgezeichnet. Woran soll ich euren Geist erinnern, der im Himmel wohnt? Und was soll ich über euren Wandel sagen, der längst über die Erde erhaben und dessen Aufenthalt in der Höhe ist? Denn siehe, bevor ihr an den Hof des Königs kamt, wurdet ihr durch die Peinen, die ihr von den Verfolgern ertrüget, in eurem Zeugnis vollendet. Mit euren Augen saht ihr die Zerstörung eurer Kirchen, und euer Sinn wankte nicht. Auch jetzt, Brüder, seid mutig und mannhaft und haltet mit ganzem Herzen eure Hoffnung fest. Denn sehet, von nun an sind euch Kronen bereitet; die Türe des Hochzeitsaales steht vor euch offen. Kommet, schmücken wir uns mit den Kronen des Zeugnisses; kommet, treten wir ein in den Hochzeitsaal Gottes. Die Kronen liegen in der Höhe; der dorthin führende Weg ist schmal und die zum Himmel führende Tür ist eng, wie der Herr sagt1: ,Wie eng ist die Türe und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die auf ihm gehen.‘ Kommet, lasset uns Flügel gewinnen und unseren Lauf beschleunigen. Kommet, lasset uns unseren Leib zusammenpressen, durch diese Türe eingehen, auf diesem Wege gehen und uns zu dieser Höhe im Fluge erheben. Lasset uns nicht sehen auf unser Geschlecht und unsere Abstammung, nicht schauen auf unsere Brüder und Verwandten, nicht auf unsere leiblichen Eltern den Blick richten. Sondern [S. 38] kommet, schauen wir auf die Scharen der Engel, auf die Reihen der Seraphim, auf die Ordnungen (τάγμα) der Cherubim, auf die Klassen der Fürstentümer (ἀρχαί), auf die Ränge (τάξις) der Herrschaften, denen wir beigesellt werden, wenn wir unseren Kampf (ἀγών) vollenden. Kommet, betrachten wir die Scharen der Apostel und die Reihen der Jünger. Dehnen wir den Blick unserer Gedanken aus auch auf die Propheten und sehen wir sie teils getötet, teils zersägt, teils gesteinigt, teils gekreuzigt, teils durch den Rachen des Schwertes hinweggerafft, teils durch Hunger und Durst gequält, gefoltert und gemartert, Männer, derer die Welt nicht wert war2. Wenn wir wacker und mutig mit ihnen im Zeugnis vollendet werden wollen, haben wir mit ihnen Teil an der Seligkeit der künftigen Güter, am Himmelreich, das uns durch Christus bereitet wurde, der litt und versucht wurde und deshalb denen helfen kann, die versucht werden, nach dem Worte unseres Lehrers, des seligen Apostels3. Wenn wir für seinen Namen leiden, wird er uns in diesem Kampfe stärken und unterstützen. Wir werden im Zeugnisse Christi zur Vollendung kommen und im Bekenntnisse des Vaters, Sohnes und Heiligen Geistes vollendet werden."

1: Matth. 7, 14.
2: Vgl. Heb. 11, 34 ff.
3: Heb. 2, 18.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger