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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
2. Mâr Simon und Genossen

22.

Da befahl der König, daß er bis zum Morgen gefesselt werde. Denn er sprach: Vielleicht läßt er sich raten und hört auf mich. Und als man ihn an einer Kette vom Hofe hinausschleppte, stand Gûhaschtazâd auf der Seite. Und da er gar sehr den Gruß des heiligen Simon begehrte, wagte er es, sich zu nahen und vor ihm niederzuwerfen. Der selige Simon wurde zornig, wendete sein Gesicht ab und sprach: „Ich habe keinen Gruß für den, der aus Furcht und Ehrsucht vor Schâpûr, dem König der Könige, Gott, den wahren König, verleugnete, und werde keinen Gruß haben für den, der meinen Gott und seinen Christus, Jesus, meinen Herrn verleugnete." Sofort jammerte Gûhaschtazâd laut und bitter; er schrie und weinte heftig und sprach: „Weh mir, was geschah mir? Wenn Simon, der mehr als alle mein Freund war und der mich liebte wie sich selbst, so sehr mir zürnt, wieviel mehr wird mir dann Gott zürnen? Oder was wird er mir tun, der ich ihn verleugnete? Was brauche ich zu Hause einen Sack? Was nützt mir Asche im Verborgenen? Jesum, den ich verleugnete, werde ich heute vor dem bekennen, (um dessen willen) ich ihn verleugnete. So wahr Gott ist, von dessen Wahrheit ich durch meine Lippen, die ich besudelte, abfiel, heute werde ich sie durch das Bekenntnis seines Namens heiligen." Sofort ging er nach Hause, kleidete sich aus, zog schwarze Trauerkleider an und kam und setzte sich an die Spitze seiner Miteunuchen. Seine Stellung war nämlich sehr angesehen, da er nicht nur der Vorsteher der Eunuchen, sondern auch der Sohn der Erzieher König Schâpûrs war. Alle Ein- und Ausgehenden wunderten sich über ihn. Da es auch dem König nicht verborgen blieb, ließ er ihm melden: „Was ist dir für eine Torheit zugestoßen? Ich lebe gesund und die Krone [S. 32] ist auf meinem Haupte, du aber sitzest in Trauer. Wer ist in deinem Hause gestorben? Dein Weib oder deine Kinder, da du trauerst? Und doch bezeugt deine Natur, daß du nicht Weib noch Kinder hast." Als Gûhaschtazâd das von den Boten des Königs hörte, antwortete er: „Mit Recht trauere ich; denn ich bin des Todes schuldig." Da fragte der König: „Was redet da Gûhaschtazâd ?" Es antworteten einige seiner Miteunuchen: „König der Könige, wir wollen es deiner Kenntnis nicht verbergen, daß drei Tage lang, seit Simon, das Haupt der Nazarener, nach Karkâ kam, Gûhaschtazâd erst heute an den Hof kam. Wir hörten, daß er zu Hause auf Sack und Asche sitze."

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger