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Märtyrerakten - Ausgewählte Akten persischer Märtyrer
2. Mâr Simon und Genossen

21.

Der König sprach: „Es ist nicht weise, Simon, daß du auf deinem Willen verharrst, so daß mit dir viele vertilgt werden. Schone deiner und der Tausende, die ich verderben werde. Denn bei der Sonne, dem Richter der ganzen Erde, schwöre ich: Wenn du mich, der ich dein Freund bin, zwingst, werde ich dich töten und dann werde ich auch keinen schonen, der diesen Namen trägt. Halte mich also von deinem Blute zurück, damit ich auch von dem Blute Unzähliger zurückgehalten werde. Und wenn du aus Herzenshärtigkeit dich selbst nicht schonst, so schone wenigstens andere," Der mutige Simon antwortete: „Wahrlich, Herr, König, ein Narr ist, wer seine und seiner Brüder Seele nicht schont. Weil ich aber das tue, halte ich an meiner Lehre fest, die lehrt1: ,Was ist das für ein Nutzen, wenn jemand die ganze Welt gewinnt, aber seine Seele schädigt. Oder was soll jemand als Ersatz für seine Seele geben?‘ Über unser Leibesleben hast du Macht, Herr, König. Wenn es dir gefällt, nimm es uns sofort, wenn es dir gefällt." Der König sprach: „Auch wenn du jetzt in deiner Torheit deine Seele nicht schonst, so werden doch deine Glaubensgenossen durch deinen Tod erschreckt und tun meinen Willen." Simon antwortete: „Ferne sei es ihnen, so zu leben und das künftige Leben zu verlieren. Jetzt siehst du, Herr, König, ihre Treue gegen Gott, und durch ihren Tod wird ihre Liebe zu ihrem Gott und Schöpfer kund, weil sie gegen deine kostbare und herrliche Krone das Lob des lebendigen Gottes nicht vertauschen und verleugnen," Der König sprach: „Warum zwingst du mich, deine liebliche Schönheit mit dem Schwerte zu vernichten und deine prächtige Gestalt mit Blut zu bespritzen? Wenn du mir jetzt nicht vor den Großen Ehre erweisest und die Sonne, den Gott des Ostens, anbetest, wird morgen in kurzer [S. 31] Frist deine Schönheit durch den Tod vernichtet." Der seelenstarke Simon antwortete: „Ich bete die Sonne nicht an. Nimm mein Leben, wenn du willst heute und wenn es dir gefällt morgen. Wenn du sagst: ich vernichte deine Schönheit, so hat sie einen Erwecker und Wiederhersteller, der ihrer gebeugten Erniedrigung herrliche, unaussprechliche Schönheit gibt."

1: Matth. 16, 26.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger