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Athanasius (295-373) - Brief an Epiktet (Epistula ad Epictetum)

10.

Deshalb werden ferner auch jene schweigen, die einst gesagt haben, derjenige, der aus Maria hervorging, sei weder Christus selbst, noch Herr, noch Gott. Denn wenn nicht Gott im Leibe war, wie konnte er sogleich bei seiner Geburt aus Maria „Emmanuel" genannt werden, „das übersetzt heißt: Gott mit uns"?1 Wie konnte auch Paulus, wenn nicht der Logos im Fleische war, den Römern schreiben: „Aus denen Christus dem Fleische nach stammt, der Gott, der über allem ist, hochgelobt in Ewigkeit. Amen"?2 Daher sollen auch jene, die zuvor geleugnet haben, daß der Gekreuzigte Gott sei, ihren Irrtum eingestehen und den göttlichen Schriften glauben, vor allem aber Thomas, der, nachdem er an ihm die Male der Nägel gesehen hatte, ausrief: „Mein Herr und mein Gott"3. Denn obwohl der Sohn Gott und Herr der Herrlichkeit war, war er doch im Leibe, der schmachvoll angenagelt und beschimpft wurde. Der Leib litt zwar, als er am Kreuze durchstochen wurde, und aus seiner Seite floß Blut und Wasser; da er aber Tempel des Logos war, war er von der Gottheit erfüllt. Daher zog auch die Sonne, als sie ihren Schöpfer in dem mißhandelten Leib leiden sah, ihre Strahlen ein und verdunkelte die Erde; der Leib aber erhob sich trotz seiner sterblichen Natur wegen des Logos in ihm über seine Natur, verlor seine naturgemäße Verweslichkeit und ward unverweslich, weil er den über Menschen erhabenen Logos angezogen hatte.

1: Matth. 1, 23.
2: Röm. 9, 5.
3: Joh. 20, 28.

 

 

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Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Brief an Epiktetus
Einleitung zu den Werken des Athanasius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger