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Athanasius (295-373) - Brief an Epiktet (Epistula ad Epictetum)

3. [S. 507]

Das war in diesen Schriften auf mannigfache Weise ausgesprochen, hatte aber alles einen Sinn und die gleiche gottlose Tendenz. Deshalb kämpften und stritten diese Leute untereinander, die sich des Bekenntnisses rühmten, das von den Vätern zu Nicäa abgefaßt wurde. Ich aber wunderte mich, daß deine Frömmigkeit das ertrug, daß sie nicht vielmehr dem Gerede dieser Leute Einhalt gebot und ihnen den frommen Glauben vorlegte, damit sie entweder darauf hörten und Ruhe gäben, oder widersprächen und dann als Ketzer angesehen würden. Denn die erwähnten Behauptungen kann man unter Christen weder aufstellen noch anhören; sie sind vielmehr ganz und gar der apostolischen Lehre fremd. Gerade deshalb habe auch ich ihre Behauptungen, wie sie angeführt wurden, unverhüllt in meinem Briefe niederschreiben lassen, damit jeder, der sie nur vernimmt, die darin liegende schändliche Gottlosigkeit erkennen möge. Und wenn man auch die Torheit der Leute, die solches erdachten, noch ausführlicher brandmarken und widerlegen sollte, wäre es doch gut, den Brief zu schließen und nichts weiter mehr zu schreiben; denn, was sich so offensichtlich als schlecht erweist, soll man nicht weiter ausführen und behandeln, damit es nicht von streitsüchtigen Leuten für zweifelhaft angesehen werde; oder man sollte darauf bloß folgendes antworten und sagen: Es genügt, daß das nicht die Lehre der katholischen Kirche ist, und daß die Väter nicht so gedacht haben. Damit aber die Urheber des Übels aus dem gänzlichen Schweigen nicht etwa für sich einen Vorwand zur Unverschämtheit herleiten, ist es dienlich, aus den göttlichen Schriften einiges in Erinnerung zu bringen. Vielleicht werden sie sich dann doch schämen und ihre schmutzigen Einfälle aufgeben.

 

 

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Einleitung: Brief an Epiktetus
Einleitung zu den Werken des Athanasius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger