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Athanasius (295-373) - Brief an Epiktet (Epistula ad Epictetum)

12.

Daraus erhellt, daß der Logos zu allen andern zum Zweck der Prophetie kam, daß er aber aus Maria selber Fleisch annahm und als Mensch hervorging. Der Natur und Wesenheit nach war er Logos Gottes; dem Fleische nach aber war er, wie Paulus sagt, aus dem Samen Davids und aus dem Fleische Marias. Ihn gab der Vater am Jordan und auf dem Berge mit den Worten zu erkennen: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe"1. Diesen haben die Arianer verleugnet, wir aber erkennen ihn an und beten ihn an, indem wir den Sohn und den Logos nicht trennen, sondern wissen, daß der Logos selbst der Sohn ist, durch den alles geworden ist, und durch den wir erlöst [S. 517] wurden. Deshalb wunderten wir uns auch, wie überhaupt bei euch über so klare Dinge Streit entstehen konnte. Aber Dank sei dem Herrn, daß wir, so sehr wir uns beim Lesen der (übersandten) Schriftstücke betrübten, uns ebenso innig über den Ausgang der Sache freuen konnten. Sie schieden ja in Einigkeit und schlossen Frieden in dem Bekenntnis des frommen und rechten Glaubens. Das bewog mich auch, nach reiflicher Überlegung dieses wenige zu schreiben, weil ich dachte, Schweigen könnte jenen vielleicht Schmerz statt Freude bereiten, die uns durch ihre Eintracht Grund zur Freude gaben. Ich bitte deshalb vor allem deine Klugheit und dann die Zuhörer, diese Zeilen mit Wohlwollen aufzunehmen, und, falls etwas in Hinsicht auf fromme Gesinnung mangeln sollte, es zu verbessern und mich davon zu verständigen; sollten aber meine Darlegungen, weil sie von einem Stümper kommen, nicht würdig und vollkommen sein, so bitte ich alle, sie möchten unsere Schwäche der Darstellung verzeihen. Grüße alle Brüder bei dir. Dich grüßen alle, die bei uns sind. Lebe wohl im Herrn, Geliebter und wahrhaft Ersehntester.

1: Matth. 3, 17.

 

 

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Einleitung: Brief an Epiktetus
Einleitung zu den Werken des Athanasius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger