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Athanasius (295-373) - Vier Briefe an Serapion v. Thmuis (Epistulae ad Serapion)

Vierter Brief

1. [S. 471]

Ich habe den Brief gelesen, den mir deine Frömmigkeit letzthin schrieb, und höchlichst verwundert über die Dreistigkeit der Ketzer, war es mir klar, daß ihnen gegenüber nichts mehr am Platze ist als die Weisung des Apostels: „Einen ketzerischen Menschen meide, nachdem du ihn ein- oder zweimal zurechtgewiesen hast; wisse, daß solch ein Mensch völlig aus den Fugen geraten ist und mit seiner Sünde sich selbst das Gericht zuzieht"1. Denn da seine Gesinnung verkehrt ist, fragt er nicht, um zu hören und zu gehorchen noch um zu lernen und in sich zu gehen, sondern um jener willen, die von ihm hintergangen wurden, um nicht, wenn er schweigen wollte, auch von diesen verurteilt zu werden. Das früher Ausgeführte sollte allerdings genügen; es sollte nach so vielen Beweisen genügen, um sie von ihren Lästerungen gegen den Heiligen Geist abzubringen. Sie wurden indes nicht zufrieden gestellt; abermals wollen sie in unverschämter Weise zeigen, daß sie im Wortstreit geübt seien, schließlich gegen den Geist streiten und über kurzem an ihrer Unvernunft zugrunde gehen werden. In der Tat, wenn jemand auch auf ihre jetzigen Fragen antworten wollte, so würden sie nichts desto weniger Böses ersinnen, bloß um zu suchen und nicht zu finden, oder um zu hören und nicht zu verstehen. Welches sind aber ihre sophistischen Fragen? Sie sagen: Wenn der Heilige Geist kein Geschöpf ist, so ist er also Sohn, und der Logos und er sind zwei Bruder. Dann fügen sie, wie du schreibst, sofort bei: Wenn der Geist vom Sohne nehmen wird und von ihm gegeben wird — denn so steht geschrieben —, so ist also der Vater Großvater und der Geist sein Enkel.

1: Tit. 3,10.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger