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Athanasius (295-373) - Vier Briefe an Serapion v. Thmuis (Epistulae ad Serapion)

Zweiter Brief

1.

Ich hielt dafür, ohnehin kurz geschrieben zu haben; ich warf mir sogar selbst große Schwäche vor, da ich nicht einmal soviel zu schreiben vermochte, als Menschen zur Erwiderung an jene gestattet ist, die gegen den Heiligen Geist freveln. Wie du schreibst, baten aber einige der Brüder, ich möchte auch das noch kürzer zusammenfassen, damit es ihnen möglich wäre, sofort und kurz sich gegen jene, die über unseren Glauben Fragen stellen, zu verteidigen, und die Gottlosen zu widerlegen. Deshalb entspreche ich diesem Wunsche im Vertrauen, du werdest bei deiner trefflichen Einsicht ergänzen, was hier etwa übergangen sein sollte. Die Arianer, die sich nur auf sich selbst stützen und nach Art der Sadduzäer nur das fassen, was außer ihnen ist, deuteten die von Gott eingegebene Schrift lediglich mit menschlicher Einsicht. Wenn sie also vernehmen, der Sohn sei des Vaters Weisheit, Abglanz und Logos, so pflegen sie darauf zu sagen: Wie kann das sein? Als ob das unmöglich wäre, was sie nicht denken können. So könnten sie doch auch über das ganze Weltall urteilen: Wie konnte die Schöpfung, die einst nicht war, entstehen? Oder wie konnte der Erdenstaub zum vernünftigen Menschen geformt werden? Oder wie konnte das Verwesliche unverweslich werden? Oder wie kann die Erde auf Meeren gegründet sein, und wie hat sie [S. 452] Gott auf Strömungen zurecht gesetzt?1 Schließlich müssen sie sich selber sagen: „Laßt uns essen und trinken; denn morgen sterben wir"2, damit nämlich durch ihren Untergang auch ihre wahnwitzige Irrlehre mit zugrunde gehe.

1: Ps. 23,2.
2: 1 Kor. 15,32.

 

 

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Einleitung: Vier Briefe an Serapion
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger