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Athanasius (295-373) - Vier Briefe an Serapion v. Thmuis (Epistulae ad Serapion)
Erster Brief

6.

Erkundigt euch auch nach dem Inhalt der Evangelien und nach dem, was die Apostel geschrieben haben, und ihr werdet hören, wie auch dort, da die Verschiedenheit der Geister sehr mannigfach ist, im besonderen der Heilige Geist nicht schlechtweg Geist (πνεῦμα), sondern mit dem vorhin erwähnten Zusatz genannt wird. Als der Herr, wie ich oben erwähnte, des Fleisches wegen, das er trug, nach Menschenart getauft ward, kam auf ihn, so wird uns berichtet, der Heilige Geist herab1. Diesen teilte er seinen Jüngern mit und sprach dabei: „Empfanget den Heiligen Geist"2. Ferner belehrte er sie: „Der Tröster, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren"3. Und kurz darauf sagte er von ihm: „Wenn der Tröster kommt, den ich euch vom Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater [S. 408] ausgeht, der wird über mich Zeugnis geben"4. Und wiederum: „Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern der Geist eures Vaters ist es, der in euch redet"5. Und kurz hernach: „Wenn ich im Geiste Gottes die Dämonen austreibe, so ist doch das Reich Gottes zu euch gekommen"6. Und unsere gesamte Kenntnis von Gott und unsere Heiligung, durch die er uns mit sich und durch sich mit dem Vater verband, vollendend, trug er den Jüngern auf: „Gehet, lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes"7. Als er ihnen die Sendung desselben verhieß, „befahl er ihnen, nicht aus Jerusalem fortzugehen"8; und einige Tage später, „als der Pfingsttag herbeigekommen war, waren alle an demselben Ort versammelt; da entstand plötzlich ein Brausen vom Himmel her, als ob ein heftiger Wind einherführe, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten; und auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Da wurden sie alle vom Heiligen Geiste erfüllt und begannen mit anderen Zungen zu reden, wie der Geist es ihnen eingab, sich auszusprechen"9. Darum wurde denn auch durch die Handauflegung der Apostel den Täuflingen der Heilige Geist verliehen10. Ferner weissagte ein gewisser Agabos durch ihn, da er sagte: „Das spricht der Heilige Geist"11. Und Paulus sprach: „In welcher (Herde) euch der Heilige Geist zu Bischöfen gesetzt hat, die Kirche Gottes zu leiten, die er sich durch sein eigenes Blut erwarb"12. Und nach der Taufe des Eunuchen „entführte der Geist des Herrn den Philippus"13. Petrus aber spricht: „Wenn ihr die [S. 409] Erfüllung des Glaubens davontragt, das Heil der Seelen; jenes Heil, nach dem Propheten gefragt und geforscht haben, die von der für euch bestimmten Gnade prophezeiten; die forschten, auf welche Zeit und auf welche Lage der Geist Christi in ihnen deutete, wenn er im voraus die Leiden, die Christus treffen, und die Verherrlichungen, die darauf folgen sollten, bezeugte"14. Und Johannes schrieb: „Daran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben und er in uns, weil er uns von seinem Geist gegeben hat"15. Paulus aber schreibt den Römern: „Ihr lebt nicht im Fleische, sondern im Geiste, wenn doch der Geist Gottes in euch wohnt. Wenn aber jemand den Geist Christi nicht hat, der ist nicht sein, Ist dagegen Christus in euch, so ist zwar der Leib tot Um der Sünde willen, der Geist aber Leben wegen der Gerechtigkeit. Und wenn der Geist dessen, der Jesus auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch euere sterblichen Leiber wieder lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt"16. Ferner an die Korinther: „Denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Wer erkennt das (Wesen) des Menschen, wenn nicht der Geist des Menschen, der in ihm ist? So hat auch das (Wesen) Gottes niemand erkannt außer der Geist Gottes. Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist aus Gott, damit wir wissen, was uns von Gott geschenkt ist"17. Und kurz hernach: „Wisset ihr denn nicht, daß ihr ein Tempel Gottes seid, und der Geist Gottes in euch wohnt?"18 Und weiterhin: „Doch, ihr ließt euch abwaschen, doch ihr seid geheiligt, doch ihr seid gerechtfertigt durch den Namen unseres Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes"19. Und wiederum: „Alles das aber wirkt ein und derselbe Geist, der einem jeden besonders [S. 410] seinen Teil zuweist, wie er will"20. Und abermals: „Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn, da ist Freiheit"21. Sieh auch, wie er den Galatern folgendes schreibt: „Auf daß der Segen Abrahams durch Christus Jesus käme, auf daß wir die Verheißung des Geistes empfingen durch den Glauben"22. Und wiederum: „Weil ihr aber Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in euere Herzen gesandt, der da ruft: Abba, Vater. Also bist du nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, dann auch Erbe durch Christus"23. Zu den Ephesiern aber sprach er also: „Betrübet ja nicht den Heiligen Geist Gottes, durch den ihr besiegelt seid für den Tag der Erlösung"24. Und wiederum: „Beeifert euch, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens"25. An die Philipper schrieb er freimütig: „Was macht es? Wenn nur auf jede Weise, ob mit Hintergedanken oder in aufrichtiger Gesinnung, Christus verkündigt wird, so freue ich mich darüber, ja werde mich weiter freuen; denn ich weiß, daß mir dies zum Heil gereichen wird durch euer Gebet und die Hilfe des Geistes Jesu Christi, gemäß meiner Erwartung und Sehnsucht, daß ich in keinem Stücke werde zuschanden werden"26. Und abermals: „Wir sind nämlich die Beschneidung, die wir dem Geiste Gottes dienen, und unseren Ruhm in Christus Jesus haben"27. Den Thessalonikern aber wird versichert: „Der Verächter verachtet demnach nicht einen Menschen, sondern Gott, der seinen Heiligen Geist in euch gegeben hat"28. An die Hebräer schreibt er also: „Der Heilige Geist bekundet, daß der Weg zum Heiligtum noch nicht frei ist, solange das alte Zelt noch Bestand hat"29. Und [S. 411] wiederum: „Um wieviel schlimmere Strafe, meint ihr, wird dem zugemessen werden, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt, das Blut des Bundes für gemein achtet, durch das er geheiligt worden ist, und an dem Geiste der Gnade frevelt?"30 Und abermals: „Denn wenn schon das Blut der Böcke und Stiere und die Asche der Kuh, die auf die Unreinen gesprengt wird, zur fleischlichen Reinigkeit heiligt, um wieviel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst durch den ewigen Geist als untadeliges Opfer Gott dargebracht hat, unser Gewissen von den toten Werken reinigen?"31 Und an die Thessaloniker: „Und dann wird der Frevler sich offenbaren, den der Herr Jesus Christus durch den Geist seines Mundes vertilgen und durch den Glanz seiner Ankunft vernichten wird"32.

1: Joh. 1,32.
2: Joh. 20,22.
3: Joh. 14,26.
4: Joh. 15,26.
5: Matth. 10,20.
6: Luk. 11,20.
7: Matth. 28,19.
8: Apg. 1,4.
9: Apg. 2,1-5.
10: Apg. 8,17.
11: Apg. 21,11.
12: Apg. 20,28.
13: Apg. 8,39.
14: 1 Petr. 1,9-11.
15: 1 Joh. 4,13.
16: Röm. 8,9-11.
17: 1 Kor. 2,10-12.
18: 1 Kor. 3,16.
19: 1 Kor. 6,11.
20: 1 Kor. 12,11.
21: 2 Kor. 3,17.
22: Gal. 3,14.
23: Gal. 4,6. 7.
24: Eph. 4,30.
25: Eph. 4,3.
26: Phil. 1,18-20.
27: Phil. 3, 3.
28: 1 Thess. 4, 8.
29: Hebr. 9,8.
30: Hebr. 10,29.
31: Hebr. 9,13. 14.
32: 2 Thess. 2,8.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Vier Briefe an Serapion
Einleitung zu den Werken des Athanasius
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger