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Athanasius (295-373) - Vier Briefe an Serapion v. Thmuis (Epistulae ad Serapion)
Erster Brief

15.

Das scheint mir also der Sinn der göttlichen Aussprüche zu sein, der die Lästerung der Toren gegen den Geist widerlegt. Diese Leute verharren, wie du schreibst, in ihrem Kampf gegen die Wahrheit, schöpfen jedoch nicht mehr aus den Schriften, da sie dort nichts finden, sondern aus dem Unrat ihres eigenen Herzens, und sagen: Wenn er kein Geschöpf und keiner aus den Engeln ist, sondern vom Vater ausgeht, dann ist auch er Sohn, dann sind er und der Logos zwei Brüder. Wenn er aber Bruder ist, wie kann dann der Logos der Eingeborene sein, oder warum sind sie dann nicht gleich, [S. 242] und warum wird der eine nach dem Vater und der andere nach dem Sohn genannt? Und warum wird nicht auch von ihm, wenn er aus dem Vater ist, gesagt, daß er gezeugt oder daß er Sohn sei, warum wird er vielmehr einfach Heiliger Geist genannt? Wenn er aber Geist des Sohnes ist, so ist eigentlich der Vater der Großvater des Geistes. Solche Scherze treiben diese würdelosen Leute und mühen sich in ihrem Vorwitz ab, die Tiefen Gottes zu erforschen, die niemand kennt, außer der Geist Gottes, der von ihnen gelästert wird. Man sollte ihnen eigentlich nicht mehr antworten, sondern sie vielmehr der apostolischen Weisung gemäß1, nachdem sie auf Grund des vorhin Gesagten gewarnt sind, als Häretiker meiden, oder sie um Dinge fragen, die ihrer eigenen Fragen wert sind, und von ihnen eine Antwort von der Art fordern, wie sie von uns verlangen. Sie mögen also sagen, ob der Vater von einem (andern) Vater stammt und ob ein anderer mit ihm gezeugt wurde, so daß sie Brüder sind, die von einem Vater stammen, welche Namen sie führen, wer ihr Vater und Großvater ist, und wer die Stammeltern dieser sind. Sie werden jedoch sagen, daß es derlei nicht gebe. Dann sollen sie sagen, warum er Vater heißt, wenn er selbst von keinem Vater stammt? Oder wie konnte er einen Sohn haben, wenn er selbst nicht zuvor als Sohn gezeugt wurde? Ich weiß, daß die Frage gottlos ist; aber es ist billig, ihre Spöttereien mit Spott zu erwidern, damit sie an einer so unsinnigen und gottlosen Fragestellung ihre eigene Torheit merken könnten. Denn das ist nicht so, das sei ferne! Solche Fragen über die Gottheit zu stellen, ziemt sich nicht; denn Gott ist nicht wie ein Mensch, so daß sich jemand erdreisten dürfte, nach menschlichen Verhältnissen bei ihm zu fragen.

1: Tit. 3,10.

 

 

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Einleitung: Vier Briefe an Serapion
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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger