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Ephräm d. Syrer († 373)
Rede über die Auferweckung des Lazarus
(Joh. 11, 43.)

Vorbemerkung.

„Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: ,Lazarus, komm heraus!’“ ([Joh. 11, 43.)

Der syrische Text ist der Handschrift Cod. vat. 117, sect. 153 entnommen und in der römischen Ausgabe im II. syrisch-lateinischen Bande S. 387-395 als Werk Ephräms abgedruckt. Aber der Cod. Musei Britannici Add. 17 158 des sechsten oder siebten Jahrhunderts eignet diese Rede dem monophysitischen Bischof Jakob von Sarug [451-521] zu. Der Umstand, daß sie nicht in dem gewöhnlichen zwölfsilbigen Metrum Jakobs, sondern in Ephräms Lieblingsversmaß, dem Siebensilbener, gedichtet ist, könnte dazu beigetragen haben, sie dem hl. Ephräm zuzuschreiben. Allerdings ein absolut untrügliches Zeugnis bilden auch die Autorenangaben der Handschriften der vorislamitischen Zeit nicht, wie Th. Jos. Lamy an der eingangs zitierten Stelle hervorhebt 1. Aus den christologischen Partien der Rede ergibt sich kein Anhaltspunkt für oder gegen die Zugehörigkeit ihres Verfassers zum Monophysitismus bezw. Dyophysitismus, da derselbe es ausdrücklich ablehnt, auf derartige Fragen näher einzugehen [10 gegen Ende] 2.

Inhalt: Nach einer ernsten Ermahnung zur Aufmerksamkeit im rechten Geiste und nach einer Anrede an die Kirche verspricht der Redner, seinen Zuhörern Wunderbares zu zeigen; dann richtet er plötzlich das Wort an Lazarus 3. Hierauf handelt er vom Zwecke der Ankunft Christi, von seinem Sieg über den Tod und von der Verleihung des Lebens; weiterhin erörtert er die Frage, warum gerade Lazarus und nicht ein früher Gestorbener erweckt wurde, wobei er auch auf die beiden anderen Totenerweckungen zu sprechen kommt [4-5]. Alsdann macht er auf die Umstände bei der Erweckung des Lazarus aufmerksam, gibt die Gründe an, weshalb der Herr seine Ankunft in Bethanien verzögerte, und beweist, daß seine Frage nach dem Orte des Grabes keinen begründeten Einwand gegen seine Gottheit darbiete 4. Nach erneuter Aufforderung zur Aufmerksamkeit schildert der Verfasser den Heiland am Grabe, die Stadt der Toten, das Erschrecken des Todes und der Toten beim Rufe des Herrn an Lazarus und schließlich dessen Wiederbelebung, wobei besonderer Nachdruck darauf gelegt wird, daß es hieß: Komm heraus! [Einzahl] und nicht: Kommet heraus! [Mehrzahl] [11—14]. [Nach Zingerle a. a. O. I,248.]

1: Siehe das Vorwort S. 17.
2: Jakob von Sarug wird von allen syrischen Kirchen, den unierten wie den schismatischen bezw. heterodoxen, als heilig verehrt. Seitdem aber Martin [ZDMG. [30] 1876, S. 217 ff.] seine Korrespondenz mit den Mönchen von Mar Bassus veröffentlicht hat, ist seine Zugehörigkeit zum Monophysitismus zweifellos.
3: 1-3
4: 6-10

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger