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Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über die Auferweckung des Lazarus (Joh. 11, 43.)

11.

Seid doch nicht ein Felsen für mein Wort, noch ein Weg, noch ein Dorngestrüpp! 1 Der Acker Christi ist bestellt, kein Unkraut möge auf ihm sprossen. Er ist mit dem Pfluge des Kreuzes bebaut, und die Dornen sind aus ihm völlig ausgerottet worden. Gottgesegnete Männer [die Patriarchen und die Propheten] haben im Vorbilde 2 schon dieses Feld urbar gemacht, die Apostel reinigten es vom Gestrüppe durch ihre verschiedenen Martyrien 3. Der Sohn Gottes verfertigte durch sein Leiden das Werkzeug zu seiner Bearbeitung, um durch das Joch der Kreuzigung das Unkraut aus ihm auszurotten. Die harten Felsen darin zerschlug er durch die Nägel in seinen Händen, damit keine Stelle leer bleibe und der Früchte des Kreuzes ermangle. Der Anbetungswürdige machte die Götter zuschanden, die den Dornen gleich auf der Erde hervorgesproßt waren, sandte über sie die Glut des Apostolates und verbrannte sie. Diese bitteren Dornen wurden durch die Pein des Gekreuzigten ausgerottet, möchte doch nicht Satan sie wieder durch die Possen aussäen! Den Sterblichen ist von allen Thematen jenes von der Auferstehung der Toten das liebste, und hier wird auch täglich von der Kanzel die Wiederbelebung der Toten gepredigt. O Staub, den die Erbarmung geformt, o Mensch, der du Asche bist, was hörst du lieber als die Kunde von deiner Auferstehung? Hier [in der Kirche] wirst du durch Worte und Handlungen über deine Erneuerung unterrichtet; draußen in den Theatern aber siehst du nur Possen des Heidentums. Höre weiter! Ich habe dir noch einiges von der Geschichte des Lazarus vorzutragen, die voll Hoffnung der Auferstehung ist und dich, o Sterblicher, mit Trost erfüllt. Neige weise dein Ohr der wunderbaren Begebenheit Christi zu, und du wirst seine große, dir Erstaunen erregende Macht bei der Auferstehung der Toten schauen.

1: Matth. 13,3 f.; Luk. 8,5 f.
2: Israel war das Vorbild der Kirche.
3: wörtlich: durch die Tode und durch ihre Steinigungen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger