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Ephräm d. Syrer († 373)
Rede über den Propheten Jonas und die Busse der Niniviten.
(Jonas 3,2. 3.)

Vorbemerkung.

„ ‚Auf, geh’ nach Ninive, der großen Stadt, und richte an sie die Predigt, welche ich dir sagen werde!’ Und Jonas stand auf und ging nach Ninive gemäß dem Worte des Herrn.“
[Jonas 3,2. 3.]

Der syrische Text ist der Handschrift Cod. vat. 117, sect. 46 entnommen und in der römischen Ausgabe im II. syrisch-lateinischen Bande S. 359-386 abgedruckt. Die Autorschaft des Ephräm ist noch durch den Cod. Musei Britannici Add. 14 573, der dem sechsten Jahrhundert angehört, sehr gut bezeugt.

Der Inhalt läßt sich kurz also zusammenfassen: Jonas verkündete im Auftrage Gottes dem sündigen Ninive baldigen Untergang. Große Angst befiel die Bewohner, und ohne daß sie der Prophet dazu ermahnt hätte, bekehrten sie sich und taten Buße in der idealsten und umfassendsten Weise ohne Unterschied des Alters, des Geschlechtes und des Ranges. Der König selbst ging mit dem besten Beispiele voran und hielt sogar in eigener Person seinen erprobten Kriegern eine erschütternde Bußpredigt und sandte Herolde aus, welche die Niniviten zur Buße und Umkehr auffordern sollten [1-19]. Hierauf schildert Ephräm den Eindruck, welchen dieser heroische Bußeifer der heidnischen Stadt auf den Propheten machte: das beschämende Gefühl, das derselbe beim Vergleich mit der moralischen Versunkenheit seines Volkes empfand, und den Ärger, der in ihm aufstieg, weil er fürchtete, Gott werde, durch solche Bußfertigkeit bewogen, die Stadt begnadigen und er selbst dann als Lügenprophet dastehen [20-25]. Je näher der verkündete Zeitpunkt des Strafgerichtes rückte, desto höher stieg die Angst der Bewohner; um so größer war aber auch der Jubel, als es sich herausstellte, daß die Buße die Stadt gerettet hatte [26-30]. Voll des Dankes zogen die Geretteten vor die Stadt hinaus zu Jonas und wurden dort Zeugen, wie Gott den Propheten wegen seiner Hartherzigkeit zurechtwies [31-33]. Hierauf huldigten sie ihm und geleiteten ihn im Triumph in sein Vaterland zurück [34-35]. Da er fürchtete, sie möchten durch den Anblick des bösen Beispiels seiner Landsleute wieder rückfällig werden, suchte er seine Begleiter vom Betreten des Landes abzuhalten, und nur durch eine Lüge gelang es ihm, sie zu verabschieden. Aber sie bestiegen einen Berg und schauten von ihm aus in das Judenland hinein und waren entsetzt über die unzähligen Zeichen der Abgötterei und die anderen Greuel bei dem auserwählten Volke Gottes. Mit Dank gegen Gott, der sie zu Büßern gemacht, kehrten sie in ihre Heimat zurück [36-45]. Es scheint jedoch in 45 der Text nicht in Ordnung zu sein Der Schluß [46] bildet eine Belehrung über wahre Buße. [Vgl Zingerle I,310 f.]

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger