Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über den Propheten Jonas und die Busse der Niniviten. (Jonas 3,2. 3.)

3.

Denn im Vergleich mit jener Buße ist die unsere wie ein Traum, und im Vergleich mit jenem Flehen ist das unsere nur ein Schatten, und im Vergleich mit jener Verdemütigung ist diese unsere Verdemütigung nur ein schwaches Abbild; denn nur wenige sind es, die in dieser Fastenzeit Schulden nachgelassen haben. Die Niniviten gaben Almosen; wir sollten wenigstens mit den Bedrückungen aufhören. Die Niniviten schenkten den Sklaven die Freiheit; erbarmt euch wenigstens der Freigeborenen! Als Jonas in jene Stadt voll Schulden geschickt ward, führte sie die Gerechtigkeit zur Rechtschaffenheit. Mit schrecklichen Reden beauftragt, entsandte ihn die Gerechtigkeit und ließ der Stadt durch ihn den Untergang verkündigen. Mit scharfen Arzneien ward der schreckliche Arzt in die Stadt voll Krankheiten entsandt. Er öffnete und zeigte seine Arzneien; sie waren schrecklich und gewaltig. Die [göttliche] Güte entsandte den Propheten nicht zu dem Zwecke, die Stadt zu zerstören. Der Prediger riet den Einwohnern nicht zur Buße, um anzudeuten, daß der Bedrängte sich selbst um seine Rettung sorgen müsse. Er verschloß vor ihnen das Tor, um offenbar zu machen, wie heftig sie anklopften. Jonas verkündete den Urteilsspruch; sie sprachen mit ihm und glaubten ihm. Dies zeigt, wie sehr die Buße imstande ist, Versöhnung zu erwirken, und wie hartnäckig der Büßer sein muß, um durch Ungestüm Erbarmen zu erlangen. Die Krankheit rührte von der Sünde her, vom freien Willen und nicht vom Zwang. Der Schreckensruf [des Jonas] schreckte wie durch ein Schwert, damit der Frevler durch Schrecken von der Sünde geheilt würde. Der Arzt, der kam, um zu heilen, zeigte dem Kranken das Schwert. Die Stadt sah es und ward bestürzt. Wie ein Henker stand er da; die von der Furcht zu Boden gestreckten Kranken erhoben sich und eilten zur Buße. Die Rede des Jonas schnitt einem Schwerte gleich die langjährigen Übel weg. Er war ein Arzt, dessen Rute besser heilte als die Arznei der anderen. Der Arzt gibt gute Worte und heilt; Jonas aber predigte und heilte. Mit heftigem Tadel behandelte er weise [die Leute]. Es war ein Besucher, dessen Besuch den Kranken Schrecken einflößte. Der Kranke verließ sein Lager, als er die Strafrute sah. Gesund wurden die, welche an der Krankheit der Begierden litten. Jeder tadelte seine Begierde und ward so sein eigener Arzt.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Bilder Vorlage

Navigation
. . Vorbemerkung.
. . 1.
. . 2.
. . 3.
. . 4.
. . 5.
. . 6.
. . 7.
. . 8.
. . 9.
. . 10.
. . 11.
. . 12.
. . 13.
. . 14.
. . 15.
. . 16.
. . 17.
. . 18.
. . Mehr

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger