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Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über den Propheten Jonas und die Busse der Niniviten. (Jonas 3,2. 3.)

29.

Jonas stand in der Ferne und fürchtete, als Lügner angesehen zu werden. Das Erdbeben und die Erschütterung hörten auf. Gerade als alle Hoffnung aufgegeben war, wurde die Nachricht von der Erbarmung gegeben. Als sie das Zeichen der Gnade sahen, wurden sie durch dieses Zeichen mit Hoffnung erfüllt. Weil die Erde nicht mehr bebte und Blitz und Donner aufhörten, wurden Ohr und Auge erfreut. Der Allgütige sah ihre Tränen und erbarmte sich ihres Lebens. Obwohl sie nicht starben, litten sie doch Qualen, da sie den Tod bei lebendigem Leibe kosteten. Während dieser sechs Wochen hatten es die Toten besser als sie; sie lebten zwar ihr Leben fort, aber sie waren schon tot, wenn auch noch nicht begraben. Da begegnete ein Bruder dem andern, aber er erkannte dessen Züge nicht; ein Mann traf seinen Freund, aber er vermochte nicht seine Gestalt zu unterscheiden. Auch das Ohr war nicht imstande, die Stimmen voneinander zu unterscheiden, wie auch das Auge die Gestalten nicht voneinander unterscheiden konnte. Vor Gram waren sie ja den Schatten der Finsternis und durch jenes strenge Fasten angebrannten Scheitern 1 gleich geworden. Vor Nachtwachen waren ihre Leiber dahingeschwunden und nur mehr Haut und Gerippe übrig geblieben. Gerade als Jonas meinte, die Stadt sei schon untergegangen, an eben diesem Tage und zu eben dieser Stunde ward sie vom Untergang gerettet. Nebel und Wolkendunkel zerstreuten sich plötzlich, vergingen und entschwanden. Es trat Ruhe ein, die Hoffnung stieg, und die sterbende Stadt erwachte zu neuem Leben.

1: Am. 4,11.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger