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Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über den Propheten Jonas und die Busse der Niniviten. (Jonas 3,2. 3.)

23.

Da sah man keinen Hochmut mehr, denn sie hatten die Gewänder der Verdemütigung angelegt. Da gab es keine Eifersucht mehr, denn der Ehrgeiz war durch das [angekündigte] Strafgericht aufgehoben. Eine Frömmigkeit beseelte Untertanen und Könige; einen Trank der Gleichheit hatten Herr und Knecht; eine Speise der Verdemütigung reich und arm; ein Bußgewand kleidete den Taglöhner wie den Fürsten; unter einem Joch wandelte die ganze Stadt die Bahn der Buße; eine Arbeit verrichtete sie, um eine Rettung zu erlangen, Wehklagen in jeder Stimmlage ertönte dort täglich, Wehruf über jeglichen Schmerz erscholl dort täglich, Jammer über jegliches Leid wurde dort von allen Seiten vernommen, Verwirrung jeglicher Art erschütterte die ganze Stadt, Bestürzung über alle möglichen Schrecknisse kam über die ganze Stadt. Wie ein Vogel auf einem Dornstrauch, so saß die Stadt voll Furcht da; sie bebte und wankte wie ein Schilfrohr zwischen Winden. Wenn es tagte, so dachten sie den Untergang des Tages nicht mehr zu erleben; wenn es dunkelte, so glaubten sie, den Morgen nicht mehr anbrechen zu sehen. Jeden Tag stand der Tod bevor, alles Volk zitterte. Die ganze Stadt pochte an die Pforten des Totenreiches.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger