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Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über den Propheten Jonas und die Busse der Niniviten. (Jonas 3,2. 3.)

22.

So erhob sich also Klagegeschrei jeglicher Art von Menschen- und Tierstimmen. Ihr Jammern vernahm die Gerechtigkeit, und die Güte errettete ihre Stadt vor dem Tage, den Jonas bestimmt hatte. Es war ein gewaltiges Hin- und Herlaufen, sehr anhaltend war das Gebet, ein Fasten löste das andere ab, ein Bußsack den andern, ohne Aufhören. Viel Asche lag auf ihnen, kein Auge ließ vom Weinen der Buße ab, keine Zunge verstummte dort vom Wehklagen und Flehen um Erbarmen. Das Ohr hörte dort keinen andern Laut, weil die Stimme des Jammerns und Weinens von allen Seiten kam. Die Augen schauten dort keine heitere Gesichtsfarbe, keinen lächelnden Mund, sondern finster und gebrochen vergossen sie in Strömen immer neue Tränen der Buße. Tag für Tag wurden dort Almosen aller Alt gespendet, Gebete jeder Gattung wurden dort täglich immer aufs neue dargebracht, Flehen um allen möglichen Beistand wurde dort täglich beobachtet; denn durch die Barmherzigkeit wurde dort die Quelle allen Trostes erschlosssen. Ohne Zögern hüllten sich Männer wie Frauen in das Gewand der Keuschheit. Unbeirrt wurde dort die Reinheit durch das Fasten bewahrt. Durch gegenseitige Freundlichkeit machten sie ihre Reden lieblich. Durch Eintracht und Gleichheit waren sie wie Glieder miteinander verbunden. Da ließ sich dann auch die Güte zu ihnen herab und übergoß sie mit Erbarmen. Zwischen den Kindern herrschte Liebe, zwischen den Männern Wahrheit, zwischen den Erzürnten Versöhnung, zwischen den Entzweiten Einigkeit, bei den Frauen Ruhe und hilfsbereites Schweigen, bei den Greisen Versöhnung und wertvoller Rat, bei den Jünglingen Keuschheit, bei den Jungfrauen Sittsamkeit, zwischen den Mägden und den Herrinnen volle Eintracht.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger