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Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über den Propheten Jonas und die Busse der Niniviten. (Jonas 3,2. 3.)

21.

Wer offenbarte denn den Niniviten die verborgenen Geheimnisse Gottes, daß nämlich das Fasten die Kraft habe, Gottes Strafurteil aufzuheben? Jonas hatte es ihnen sicher nicht geoffenbart, er befürchtete ja die Verzeihung; denn er hatte den Niniviten gepredigt, daß das Strafurteil feststehe. Obwohl sie dem Worte des Jonas glaubten, wandten sie doch das Urteil des Jonas ab. Als einsichtige Leute kannten sie Gott und die Menschen; sie wußten, daß ein Mensch menschlich, Gott aber gnädig handle. Sie sahen, daß der Prophet strenge war, urteilten aber weise, daß Gott gütig sei. Sie stritten sich nicht mit dem Strengen, während sie den Gnädigen zu versöhnen trachteten. Dem Propheten gaben sie Recht, Gott aber schrieben sie Güte zu. Während Jonas die Hoffnung abschnitt, wuchs durch das Fasten die Hoffnung. Während Jonas den Mut brach, hob das Gebet den Mut. Während das Strafgericht immer drohender wurde, ward seine Gewalt durch die Bußkleider geschwächt. Das Gewölk umkleidete sich mit Schwarz, aber durch die Farbe der Bußgewänder wurde es zerstreut. Die Luft war damals dunkel, aber sie wurde durch die Buße aufgehellt. Die zitternden Bewohner Asiens richtete die [eingetretene] Sittenreinheit wieder auf. Die Stadt wankte, sollte aber nicht fallen; denn sie verschaffte sich durch Almosenspenden starke Stützen. Durch den Mammon, der viele Sünden bewirkt hatte, wurden die Sünden gesühnt. Die Kinder im Mutterschoße wurden gerettet, denn sie hatten Fasten und Beten gelernt. Die Greise wehklagten in ihren Bußsäcken und sicherten sich dadurch ihr Leben. Weil die Jünglinge vor Schmerz weinten, bewahrten sie sich ihre Hochzeitskränze. Weil die Bräute sich in Trauer kleideten, entsühnten sie ihre Brautgemächer. Es klagten sogar die verschiedenen Tierarten, indem sie des Wassers entbehrten.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger