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Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über den Propheten Jonas und die Busse der Niniviten. (Jonas 3,2. 3.)

18.

Der König erhob sich, legte seine Kleider ab und stieg vom Throne herab; ebenso legten auch alle übrigen ihre Kleider ab. Sogleich zog der König das Bußgewand an, und seine Truppen kleideten sich ebenfalls in Schwarz. Die sonst so glänzenden Assyrer waren plötzlich schwarz geworden. Durch die härenen Bußkleider fand das Geheimnis Jakobs 1 seinen Ausdruck. Dadurch, daß sie sich freiwillig zur Klage niederwarfen, wurde die Buße zum Triumphe. Der Satan aber verlor wie Esau, der Lehrer gleich seinem Schüler 2. Diese siegten wie Jakob, ebenfalls wie der Meister so auch seine Schüler [die Niniviten]. Der König berief den Oberbefehlshaber, daß er ausziehe und sein Feldlager rüste. Herolde gingen zu den Truppenteilen und riefen aus: „Jeder soll ein Büßer werden: der Unreine lege seine Unreinheit ab, damit sie ihn nicht im Kriege besiege; der Habgierige entferne seine Habsucht, damit er nicht beim Kampfe in Verwirrung gerate; der Zornmütige versöhne sich mit seinem Nächsten, damit der erzürnte Gerechte [Gott] gleichfalls versöhnt werde! Kein Groll soll im Herzen bleiben, damit die Rettung nicht verzögert werde! Kein streitsüchtiger Mund soll mitkommen, damit die Stadt durch Liebe gesegnet werde! Niemand unterdrücke und bedrücke, niemand schwöre und betrüge, damit nicht das uns angedrohte Gericht als vollkommen gerechtfertigt sich erweise! Wir wollen die Bande unserer Herzen lösen, damit unser Gebet nicht zurückgehalten werde! Niemand räche ein Unrecht, damit uns viele Vergebung zuteil werde!“ Solches und Ähnliches verkündeten die Herolde in der großen Stadt.

1: Jakob bekleidete sich mit rauen Fellen und erlangte dadurch den Segen Isaaks, und Esau ward um denselben betrogen; ähnlich erlangten die Niniviten durch ihre Buße die Verzeihung, und Satan ging leer aus.
2: Hier ist Esau als Schüler Satans gedacht.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger