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Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über den Text: „Wehe uns, dass wir gesündigt haben!“ (Klagel. 5,16.)

8.

Wegen dieser bösen Werke, die ich verübt habe, fürchte ich mich und erschaudere Tag für Tag weine ich, Brüder, über das, was meiner in jener Welt wartet. Ich bin mir in meinen Gedanken wohl bewußt, daß ich nichts Gutes getan habe. Darnach wird auch meine Vergeltung am Tage des Gerichtes ausfallen, weil ich mir nur einen Schatz des Bösen hinterlegt habe. Wehe mir, wenn dort am Jüngsten Tage all dieses über mich kommt: Feuer, Finsternis, Pein, die große Beschämung vor der ganzen Welt! Wehe mir dort, wenn der Bräutigam zürnend auf die Gäste blicktl Wohin werde ich dann fliehen, und an welchem Orte mich verbergen? Wehe mir, wenn er den Dienern befiehlt, mir Hände und Füße zu binden und mich aus dem Speisesaale hinauszuwerfen, da sie sehen, daß meine Kleider schmutzig sind! 1 Wehe mir, wenn sie mich von den Schafen auf der rechten Seite entfernen und zu den Böcken auf die linke Seite stellen und mich hinauswerfen! Wehe mir, wenn ich sehen muß, wie die Heiligen die [himmlischen] Güter erben, während ich im Feuer brenne! Wohin werde ich mich in jener Zeit wenden? Wehe mir auch, wenn ich in Beschämung und Zittern in der Ferne stehe und meine Augen nicht zu erheben vermag, um jenen Richter anzuschauen! Wehe mir, wenn der Bräutigam mich dort verleugnet, als kenne er mich nicht, die Türe vor mir verschließt und mich in die Hölle sendet! Wehe mir, wenn ich sehen muß, wie die Auserwählten ihre Anteile erhalten, die Pforte des Reiches dann geschlossen wird und jeder sein Erbe antritt! Wehe mir, wenn der Ausspruch über mich ergeht, daß mir die Pforte verschlossen sei und daß ich draußen bleiben müsse in Qual, Heulen und Zähneknirschen!

1: Matth. 22,13.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger