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Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über den Text: „Wehe uns, dass wir gesündigt haben!“ (Klagel. 5,16.)

7.

Daran denke ich, meine Lieben, und seufze; denn ich weiß, daß ich wegen der in mir verborgenen Missetaten dafür aufbewahrt bin. Ja, an jenen strengen Urteilsspruch erinnere ich mich jederzeit und beklage beständig mein Leben, weil mir eine solche Qual bereitet ist. Zugleich gedenke ich jener Beschämung, die mir bevorsteht; denn dort kommen alle Heimlichkeiten vor den Welten und den Geschöpfen an das Licht, und alle, die mich erblicken, werden mich darum ansehen, daß ich so tief stehe. Nicht so, wie sie bisher von mir dachten, werden sie mich dort sehen; denn sie glaubten hienieden von mir, ich sei innerlich ebenso, wie ich äußerlich scheine. Ich bin aber in der Tat nicht so. Dort schauen sie meine Makeln, die in dieser Welt in mir verborgen sind, und verwundern sich höchlich und staunen über die in mir versteckten Geschwüre. Dort sehen sie gleich Dornen die Missetaten, die ich in mir ausgesät habe, und meine Heimlichkeiten treten ans Licht, und jedermann verwundert sich über mich. Dort erblicken sie gleichsam im Sonnenscheine die Flecken, die ich in mir heimlich hege, und schauen klar wie im Lichte alle meine Verfehlungen. Dort stehen die Verschuldungen, die in mir verborgen liegen, sichtbar vor Augen, und alle Völker erblicken sie am Gerichtstage wie im Sonnenlichte. Dort werden alle meine Sünden vor jedermann bekannt, und keine meiner Missetaten, weder eine große noch eine kleine, wird dort vergessen. Dort ruft man mir alle meine Sünden und Schulden ins Gedächtnis zurück; denn alle meine Werke sind im Buche verzeichnet und aufgeschrieben.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger