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Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über den Text: „der Sünder werde hinweggenommen, damit er Gottes Herrlichkeit nicht schaue!“ (Js. 26,10.)

7.

Durch das Blut des Sohnes Gottes wurde deine Seele, o Sünder, erlöst; denn alle Welten insgesamt reichten nicht hin, dein Lösegeld zu sein. Die Erde und das Meer und alles, was in ihnen ist, waren zu geringfügig, um dein Lösegeld zu sein. Alle himmlischen Scharen, die Feuer und Geist sind, nahmen den Tod nicht auf sich, um für deine Seele das Lösegeld zu sein. Den geliebten Sohn selbst gab der Vater dem Tode als Lösegeld hin. Er hatte nur einen Eingeborenen, und dennoch, schonte er seiner nicht, sondern gab ihn für dich hin 1. Ihn, den Ursprung alles Lebens, überlieferte er für dein Leben dem Tode. Ihn, vor dem der Tod zittert, band er und warf er dem Tode hin. Der Tod heftete ihn ans Kreuz und schrieb mit den Nägeln deinen Kaufbrief 2. Siehe also, um welchen Preis du erkauft bist! Geh’ doch deinem Käufer nicht verloren! Sein Leben fordert dein Leben, wenn du in der Sünde lebst, und sein Tod fordert deinen Tod, wenn du Werke des Todes tust. Siehe, sein kostbares Blut schreit am Throne der Gottheit, daß es deinetwegen vergossen wurde, und du gehst trotzdem durch die Sünde verloren! Wer sich einen Sklaven gekauft hat, verliert durch den Verlust desselben nicht bloß den Gekauften, sondern mit ihm auch seinen Kaufpreis. Ebenso geht auch an uns das Leiden und Sterben Gottes verloren, der deinetwegen dahingegeben wurde, und du bist vom Tode nicht erlöst. Wenn deine Seele [durch die Reue] zerschlagen ist, dann reut ihn ihr Lösegeld nicht; geht sie aber verloren, dann reut 3 ihn der Tod seines Sohnes. Er schonte nicht seines geliebten Sohnes, sondern gab ihn für dich dem Tode preis; wenn du aber dann durch Gottlosigkeit 4 zugrunde gehst, so bereitest du jenem, der dich erkauft hat, Trauer. Der Tod hat deinen Lösepreis, das Leiden und Sterben Gottes, empfanden; da nun deine Seele zum Leben erkauft ist, so soll der Tod dein Leben nicht mehr vernichten.

1: Röm. 8,32.
2: d. h. die Urkunde darüber, dass Gott dich dem Tode durch den Tod seines eingeborenen Sohnes abgekauft hat.
3: Statt des sinnlosen marê ist karjô zu lesen.
4: Statt bathreh d´`aulô [am Orte der Gottlosigkeit] ist wohl bothreh b´`aulô zu lesen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger