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Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über den Text: „der Sünder werde hinweggenommen, damit er Gottes Herrlichkeit nicht schaue!“ (Js. 26,10.)

5.

Weine also über deine Seele, o Sünder; laß Tränen auf sie herabströmen und erwecke sie dadurch wieder zum Leben! Siehe, ihre Auferweckung liegt an deinen Augen, und ihre Auferstehung ist deinem Herzen anheimgegeben. Du bist tot, und dennoch weinst du nicht darüber, daß deine Seele sich von dir trennte! Weine doch zuerst über deine Seele, dann magst du andere beweinenl Du weinst über einen toten Körper, weil die Seele von ihm geschieden ist; allein über die Seele, welche tot und von Gott getrennt ist, weinst du nicht! Die Tränen, welche auf eine Leiche niederfallen, erwecken den toten Körper nicht mehr zum Leben; strömen sie aber auf die Seele nieder, so erwecken sie dieselbe und machen sie wieder auferstehen. Nicht wegen des Leibes gibt es Tränen, Betrübnis und Trauer; sondern der Seele wegen hat sie Gott gemacht, damit du sie dadurch wieder zum Leben erweckest. Weihe daher Gott Zähren und vergieße Tränenbäche aus deinen Augen; dann wird durch die Tränen und durch seine Gnade die tote Seele wieder zum Leben erweckt. Siehe, der Barmherzige wartet auf dich, daß du ihm die Tränen deiner Augen vergießest, damit er durch sie sein entstelltes Ebenbild, die Seele, reinige und erneue. Du hast deine Seele getötet; erwecke sie nun selbst wieder aus der Gottlosigkeit! Nicht jemand anderer hat dich getötet und vernichtet, dein eigener Wille hat dich getötet und niedergeworfen. Hätte dich jemand anderer getötet, so müßte dieser dich auferwecken; weil aber dein eigener Wille dich getötet hat, muß er selbst dich wieder auferwecken.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger