Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Ephräm d. Syrer († 373) - Rede über den Text: „der Sünder werde hinweggenommen, damit er Gottes Herrlichkeit nicht schaue!“ (Js. 26,10.)

4.

Weine und trauere daher über deine von Gott getrennte Seele; er ist ja auch deinetwegen betrübt, wie eine Mutter um ihren einzigen Sohn! Wer bei einem Toten lacht, haßt dessen Eltern; fühlt er aber Schmerz und Leid, so zeigt er durch Weinen seine Liebe. Und wer, obwohl durch die Sünde gestorben, fröhlich ist, haßt Gott, der um ihn Leid und Trauer hegt. Gott trauert und härmt sich über eine gestorbene Seele; wer dabei lacht und scherzt, vergrößert Gottes Schmerz. Gleichwie derjenige, der [bei einem Toten] lacht und scherzt, den Schmerz und das Weh dessen vermehrt, der seinen Toten begräbt, ebenso vermehrt Gottes Leid, wer sich beim Sündigen freut. Kein Vater, der seinen Liebling begraben muß, empfindet solches Weh, wie Gott über eine Seele, welche die Sünde gemordet hat. Trauere daher über deine Seele und zeige dadurch Gott deine Liebe, der über die Seele, welche gesündigt hat und gestorben ist, Leid und Kummer trägt! Gott trauert über das Sterben der Seele, die ja sein Ebenbild ist; wer sich also freut und keinen Schmerz fühlt, gleicht ganz dem Teufel. Wer zu einem Toten kommt, wird beim Anblick der über ihn herrschenden Trauer innigst gerührt und trauert mit den Trauernden. Wenn aber eine Seele durch Gottlosigkeit ihr Leben verloren hat, dann steigt die Trauer um sie sogar zum Himmel empor, und die Engelscharen trauern, und Gott selbst ist tiefbetrübt. Wer nun da noch an Freude Lust hat und nicht vielmehr über seine Seele weint, der ist in Wahrheit ein Verworfener, der nicht einmal weiß, daß er eine Seele hat.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Bilder Vorlage

Navigation
. . Vorbemerkung.
. . 1.
. . 2.
. . 3.
. . 4.
. . 5.
. . 6.
. . 7.
. . 8.

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger